Zyklus und Blutungen – wenn die Regel sich verändert
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Wenn der Zyklus aus dem Rhythmus kommt

2. Wie sich der Zyklus in den Wechseljahren verändert – typisch und individuell

3. Unregelmäßige Zyklen – der Körper stellt um

  • Was passiert im Körper?
  • Infobox: Was passiert im Zyklus ohne Eisprung (anovulatorische Zyklen)?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

4. Starke Blutungen – wenn die Regel zur Belastung wird

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

5. Schwache oder ausbleibende Blutung – wenn der Zyklus leiser wird

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

6. Schwache oder ausbleibende Blutung – wenn der Zyklus leiser wird

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

7. PMS in den Wechseljahren – wenn die Tage vor den Tagen schwerfallen

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

8. Fazit: Der Zyklus im Wandel – und es geht weiter

1. Einleitung: Wenn der Zyklus aus dem Rhythmus kommt

Dies ist Teil 2 der Serie „Wechseljahressymptome im Fokus“, in der ich die unterschiedlichen Symptome der Wechseljahre genauer betrachte. Im ersten Teil der Serie standen klassische Wechseljahressymptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen im Mittelpunkt. In diesem Beitrag geht es um eines der deutlichsten Anzeichen der hormonellen Umstellung, den Veränderungen beim weiblichen Zyklus und der Regelblutung.

Viele Frauen bemerken diese Veränderungen schon sehr früh. Die Abstände zwischen den Perioden werden kürzer oder länger, die Blutungen stärker oder schwächer, manchmal treten auch Zwischenblutungen oder Schmierblutungen auf und auch PMS – das prämenstruelle Syndrom – macht vielen Frauen mehr als in den Jahren zuvor zu schaffen. Solche Veränderungen sind in der Regel Teil des natürlichen Übergangs, können aber auch auf körperliche Ursachen hinweisen, die medizinisch abgeklärt werden sollten.

In diesem Beitrag erfährst du, warum sich der Zyklus in der Perimenopause verändert, welche Symptome häufig auftreten und wie du erkennst, wann es Zeit ist ärztlichen Rat einzuholen.

Allgemeine Informationen zu hormonellen Abläufen und den Wechseljahren im Allgemeinen findest du im Artikel Wechseljahre – was passiert wirklich. In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf die konkreten Veränderungen im Zyklus.

2. Wie sich der Zyklus in den Wechseljahren verändert – typisch und individuell

Die Veränderungen im Zyklus verlaufen nicht bei allen Frauen gleich. Manche erleben unregelmäßige, mal stärkere mal schwächere Blutungen, während bei anderen die Regel plötzlich ganz ausbleibt. Es gibt kein festes Schema, aber typische Muster, die bei vielen Frauen auftreten:

  • Frühe Veränderungen: Die Zyklen werden oft etwas kürzer, die Blutungen kräftiger oder länger.
  • Mittlere Phase: Der Zyklus wird unregelmäßig – mal kommt die Regel nach drei Wochen, dann bleibt sie zwei Monate aus. Die Blutungen sind in dieser Zeit oft stärker, bedingt durch die hormonellen Schwankungen.
  • Späte Phase: Die Abstände zwischen den Blutungen werden länger, die Regel wird schwächer, bis sie schließlich ganz aufhört.
  • Menopause: Bleibt die Regel zwölf Monate lang aus, kann man den ersten Tag der letzten Regel als Menopause festlegen. Danach spricht man von der Postmenopause.

Doch auch hier gilt: Jede Frau hat ihren eigenen Rhythmus.

Einige erleben ein abruptes Ende des Regel, andere eine lange Übergangszeit mit vielen Schwankungen. Wichtig ist, Veränderungen bewusst wahrzunehmen und ärztlich abklären zu lassen, wenn Blutungen sehr stark, häufig oder ungewöhnlich sind

3.Unregelmäßige Zyklen – der Körper stellt um

Die Veränderungen im Zyklus sind oft das erste spürbare Zeichen, dass sich im Hormonhaushalt etwas verändert. Manche Frauen bemerken zunächst nur kleine Verschiebungen – die Periode kommt ein paar Tage früher oder später – andere erleben plötzlich völlig unregelmäßige Zyklen. Diese Unvorhersehbarkeit kann verunsichern, ist aber ein typisches Merkmal der hormonellen Umstellungsphase.

Was passiert im Körper?

Der weibliche Zyklus verläuft viele Jahre lang mehr oder weniger immer nach dem gleichen Muster.

  • Phase 1 – Vor dem Eisprung (Erste Zyklushälfte)

    • Der Körper beginnt, ein neues Ei vorzubereiten. Das Hormon FSH (Follikelstimulierende Hormon), das im Gehirn, genauer in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), regt die Eierstöcke an, ein Eibläschen (Follikel) heranreifen zu lassen.
    • Das wachsende Eibläschen produziert Östrogen, das langsam ansteigt und dafür sorgt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut wieder aufbaut, damit sich später eine befruchtete Eizelle einnisten könnte.
    • Östrogen wirkt sich auch auf Stimmung und Energie aus – viele Frauen fühlen sich in dieser Zyklusphase lebendig und ausgeglichen
    • Wenn genügend Östrogen produziert wurde, signalisiert das dem Gehirn, dass ein Eisprung vorbereitet werden kann. Daraufhin wird das LH (Luteinisierendes Hormon) ausgeschüttet.
  • Phase 2 – der Eisprung (Zyklusmitte)
    • Das LH, das ebenfalls in der Hirnanhangdrüse gebildet wird, steigt stark an und löst den Eisprung aus.
    • Das Eibläschen platzt, die reife Eizelle wird freigesetzt
    • Das leere Eibläschen verwandelt sich in den Gelbkörper, der nun Progesteron produziert – das Hormon der Ruhe und Vorbereitung.
  • Phase 3 – nach dem Eisprung (Zweite Zyklushälfte)

    • Progesteron entspannt den Körper und die Stimmung und bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor.
    • Wenn keine Befruchtung stattfindet, bildet sich der Gelbkörper zurück und der Progesteronspiegel sinkt
  • Phase 4 – Regelblutung

    • Sinkende Progesteron- und Östrogenspiegel signalisieren dem Körper, dass keine Schwangerschaft vorliegt.
    • Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen – die Menstruation beginnt und ein neuer Zyklus startet.

Während der Wechseljahre verändert sich dieses Zusammenspiel:

  • Jedes Mädchen wird mit einer gewissen Anzahl an Follikel (in denen sich die unreifen Eizellen befinden) geboren, im gesamten fruchtbaren Leben reifen davon nur etwa 400-500 zu befruchtungsfähigen Eizellen heran, der Rest baut sich nach und nach ab.
  • Mit zunehmendem Alter reagieren die verbliebenen Follikel schlechter auf FSH und LH, weil die Hormon-Andockstellen (Rezeptoren) in den Eierstöcken weniger empfindlich werden.
  • Wenn weniger Follikel wachsen, wird auch weniger Östrogen produziert
  • Eisprünge finden seltener und unregelmäßig statt – dadurch läuft auch der Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut nicht mehr gleichmäßig ab.
  • Ohne Eisprung entsteht kein Gelbkörper, und somit viel weniger Progesteron – das kann zu verkürzten oder verlängerten Zyklen führen
  • Gleichzeitig schwankt der Östrogenspiegel teilweise stark, manchmal ist viel zu wenig vorhanden, manchmal auch zu viel. Denn wenn das Gehirn erkennt, dass in einem Zyklus keine Follikel richtig heranreifen, schüttet es mehr FSH aus um die Eierstöcke zu stimulieren. Dadurch kann es passieren, dass mehrere Follikel gleichzeitig zu wachsen beginnen. Diese produzieren zusätzliches Östrogen und es entsteht ein vorübergehender Hormonüberschuss, der zu stärkeren oder früheren Blutungen führen kann.

INFOBOX: Was passiert im Zyklus ohne Eisprung?

  • Auch wenn in der Perimenopause noch Follikel vorhanden sind, gelingt nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung
  • Das Gehirn schüttet weiterhin FSH aus, um die Eierstöcke zu aktivieren, die Follikel beginnen zu wachsen und produzieren Östrogen, reifen aber nicht vollständig heran.
  • Dadurch ist nicht genügend Östrogen im Körper um die Ausschüttung des LH im Gehirn zu aktivieren, das notwendig ist um den Eisprung auszulösen.
  • Bleibt der Eisprung aus, entsteht kein Gelbkörper und dadurch kein Progesteron
  • Die Gebärmutterschleimhaut wird durch das vorhandene Östrogen weiter aufgebaut, aber da Progesteron fehlt nicht stabilisiert
  • Dadurch kann die Gebärmutterschleimhaut sich schließlich zu früh, teilweise oder sehr spät lösen
  • Manche der unreifen Follikel bilden sich einfach wieder zurück, andere bleiben eine Zeitlang bestehen und produzieren weiter Östrogen
  • Blutungen bleiben manchmal völlig aus (wenn kaum Follikel wachsen), und sind dann wieder sehr stark oder setzen unerwartet ein – der Zyklus ist in Bewegung, auch wenn kein Eisprung stattfindet

Typische Merkmale

Typische Merkmale eines unregelmäßigen Zyklus sind für viele Frauen in den Wechseljahren Alltag: Die Abstände zwischen den Blutungen können sich verkürzen oder verlängern. Oft bleibt die Regel über mehrere Wochen aus, dann kommt es unvermutet zu einer übermäßig starken Blutung. Der Periodenbeginn lässt sich kaum vorhersagen, es kommt immer wieder mal zu Zwischenblutungen und die Regel ist häufig stärker oder länger als früher

Mögliche Auslöser

Die wichtigsten hormonellen Zusammenhänge, die zum unregelmäßigen Zyklus führen habe ich weiter oben beschrieben – durch unregelmäßige Eisprünge und das Ausbleiben des Progesterons kommt es zur Verschiebung im hormonellen Gleichgewicht. Dadurch verändert sich der Zyklusrhythmus – mal kürzer, mal länger, manchmal bleibt die Regel auch ganz aus.

Daneben können auch andere Faktoren die Regelmäßigkeit des Zyklus beeinflussen oder die Hormone zusätzlich durcheinanderbringen:

  • Stress und psychische Belastung: Dauerstress führt zu erhöhten Cortisolwerten, die die Ausschüttung von FSH und LH im Gehirn stören können. Der Körper reagiert dann mit unregelmäßigen Zyklen oder sogar dem zeitweiligen Ausbleiben der Regelblutung
  • Schlafmangel und Erschöpfung: Zu wenig Schlaf verändert die Ausschüttung vieler Hormone, besonders von Cortisol und Melatonin und kann die Zyklussteuerung ebenfalls empfindlich beeinflussen
  • Starke Gewichtsveränderungen: Sowohl Untergewicht wie auch eine schnelle Gewichtszunahme können die Hormonproduktion in den Eierstöcken bremsen oder überaktivieren
  • Ernährung: Eine zu kalorienarme Ernährung oder Nährstoffmangel (z.B. Eisen, B-Vitamine, Omega-3-Fettsäuren) wirken sich ebenfalls auf die Hormonproduktion aus
  • Intensive sportliche Belastung: Sehr viel Ausdauertraining kann den Hormonfluss zwischen Gehirn und Eierstöcken vorübergehend hemmen – das ist in den Wechseljahren besonders spürbar
  • Körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenstörungen oder Insulinresistenz verändern die Aufnahme von Hormonen im Körper und können ebenfalls zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen
  • Verschiedene Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormone, Psychopharmaka oder Blutverdünner) können ebenfalls Einfluss auf den Zyklus haben

Unregelmäßige Zyklen sind in den Wechseljahren meist Folgen hormoneller Umstellungen. Doch Lebensstil, Stress und körperliche Faktoren können die Schwankungen verstärken.

Wichtig ist, Veränderungen bewusst wahrzunehmen und gegebenenfalls ärztlich abklären zu lassen, wenn sie sehr stark, plötzlich oder ungewöhnlich sind

Was helfen kann

Unregelmäßige Zyklen sind in den Wechseljahren oft unvermeidlich, aber es gibt viele Möglichkeiten, dem Körper zu helfen, wieder etwas mehr Stabilität zu finden. Betrachte Veränderungen nicht als Störung, sondern als Zeichen des Umbruchs, denn der Körper versucht gerade eine neue Balance zu finden.

  • Zyklusbeobachtung: Führe ein Zyklustagebuch oder nutze eine App, um zu dokumentieren, wann die Blutungen beginnen, wie stark sie sind und welche zusätzlichen Symptome auftreten. So erkennst du Muster und kannst sie auch bei einem Arztbesuch besprechen
  • Stress reduzieren: (leichter gesagt als getan…) Stress ist der größte Verstärker hormoneller Schwankungen. Regelmäßige Entspannungsphasen, Atemübungen, Meditation oder Spaziergänge, helfen den Cortisolspiegel zu senken und die Hormonregulation zu entlasten
  • Ausreichend Schlaf: Schlaf ist wichtig, weil sich viele Hormone, auch FSH, LH und Cortisol, in der Nacht regulieren. Eine feste Schlafroutine und eine ruhige Abendgestaltung unterstützen die innere Balance (mehr dazu in Teil 1 der Artikelserie)
  • Bewegung: Moderate Bewegung, wie z.B. Yoga, Walking oder Radfahren, stabilisiert den Stoffwechsel und wirkt regulierend auf die hormonelle Achse zwischen Gehirn und Eierstöcken. Zu intensiver Sport kann dagegen zusätzlichen Stress erzeugen
  • Nährstoffreiche Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß, gesunden Fetten und ausreichend Mikronährstoffen unterstützt den Energiehaushalt und die Hormonbildung. Besonders wichtig sind Eisen, Magnesium, B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren
  • Pflanzliche Unterstützung: Vor der Anwendung von Heilpflanzen wie Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Scharfgabe, die sanft regulierend wirken können, wenn Zyklen sehr kurz oder lang werden, halte bitte immer Rücksprache mit ärztlichem Fachpersonal
  • Regelmäßige Kontrolle: Auch wenn Zyklusschwankungen in dieser Phase normal sind, lohnt sich eine ärztliche Abklärung bei sehr starken, langen oder ungewöhnlichen Blutungen.

Der Zyklus in den Wechseljahren folgt oft keiner festen Logik mehr, aber du kannst viel tun um ihn zu unterstützen: Achtsamkeit, Ernährung, Entspannung und Bewegung helfen, das hormonelle Auf und Ab besser zu begleiten

Wann zum Arzt

Wenn Zyklen über mehrere Monate sehr kurz (unter 21 Tage) oder sehr lang (über 45 Tage) sind, wenn die Blutungen extrem Stark oder ungewöhnlich schmerzhaft sind, wenn Schmierblutungen oder Zwischenblutungen häufig auftreten oder wenn du unsicher bist, ob es sich um Wechseljahresveränderungen oder andere Ursachen handelt, ist es gut einen Arzt aufzusuchen.

4. Starke Blutungen – wenn die Regel zur Belastung wird

Bei einigen Frauen wird die Regelblutung während der Wechseljahre deutlich stärker. Tampons und Binden müssen viel häufiger gewechselt werden, manchmal treten auch Blutklumpen auf. Der Alltag wird dadurch oft richtig anstrengend. Diese Veränderungen sind häufig, aber sie sollten nie einfach als „normal“ hingenommen werden, denn hinter starken Blutungen können unterschiedliche Ursachen stecken.

Was passiert im Körper?

Starke Blutungen entstehen oft durch das ungleichmäßige Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron. Details zum Zyklus während der Wechseljahre kannst du im vorigen Kapitel nachlesen.

Wenn kein Eisprung stattfindet, fehlt das Progesteron, das normalerweise den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut begrenzt. Dadurch wächst die Schleimhaut dicker als gewöhnlich, wenn sie sich schließlich ablöst wird die Blutung entsprechend stärker.

Zusätzlich kann das Östrogen in manchen Zyklen vorübergehend sehr hoch sein, wenn das Gehirn versucht, die Eierstöcke stärker zu stimulieren und dadurch mehrere Follikel (die Östrogen produzieren) gleichzeitig zum Reifen bringt. Auch diese Veränderung des Körpers führt häufig zu besonders intensiven oder langen Blutungen.

Typische Merkmale

Starke Blutungen kennzeichnen sich durch sehr starke oder lang andauernde Regelblutungen (länger als 7 Tage), teilweise mit Blutklumpen. Durch den Blutverlust kommt es zu Eisenmangel im Körper, der sich durch Müdigkeit oder Schwindel bemerkbar macht. Die Krämpfe während der Regelblutung werden stärker und oft verkürzt sich der Zyklus.

Mögliche Auslöser

Hormonelle Veränderungen sind die häufigste Ursache für sehr starke Blutungen, aber nicht die einzige. Weitere mögliche Gründe können sein:

  • Myome oder Polypen: Das sind gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, die die Schleimhautfläche vergrößern und dadurch die Blutung verstärken
  • Es könnte auch eine Gerinnungsstörung vorliegen bzw. durch Medikamente verursacht werden. Durch die veränderte Blutgerinnung kann sich der Blutverlust ebenfalls erhöhen
  • Schilddrüsenstörungen: Eine Über- oder Unterfunktion kann die Stärke der Regel beeinflussen
  • Entzündungen oder Infektionen im Bereich der Gebärmutter oder der Eierstöcke können ebenfalls den Zyklus stören oder die Blutungen verstärken
  • Stress: Cortisol beeinflusst die hormonelle Steuerung und kann so Eisprünge hemmen – was in der Folge zu einer verstärkten Blutung führt.

Was helfen kann

  • Eisenreiche Ernährung: Blutverlust führt häufig zu Eisenmangel, Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Spinat, Hirse, rotes Fleisch oder Kürbiskerne sind natürliche Eisenlieferanten
  • Kräuter & Naturheilmittel: nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal können Schafgarbe, Frauenmantel oder Hirtentäschelkraut helfen, die Blutung zu regulieren
  • Wärme oder sanfte Bewegung, zur Entspannung der Muskulatur und zum Lindern der Krämpfe
  • Stress vermeiden: Ruhephasen, sanfte Bewegung und ausreichend Schlaf unterstützen die Hormonregulation

Wann zum Arzt

Bei anhaltend starken oder sehr häufigen Blutungen sollte unbedingt eine gynäkologische Untersuchung erfolgen, mit Ultraschall, Hormonstatus und unter Umständen auch einem Gerinnungstest, um mögliche körperliche Ursachen zu entdecken und ihnen so gut wie möglich gegenzuwirken.

5. Schwache oder ausbleibende Blutung – wenn der Zyklus leiser wird

Nicht alle Frauen erleben in den Wechseljahren stärkere Blutungen, bei vielen wird die Regel im Gegenteil immer schwächer, kürzer oder bleibt teilweise ganz aus. Auch das ist ein typisches Zeichen für die Wechseljahre.

Was passiert im Körper

Im Lauf der Perimenopause nimmt die Zahl der Follikel in den Eierstöcken immer mehr ab. Damit sinkt auch die Produktion der beiden wichtigsten Hormone Östrogen und Progesteron.

  • Wenn weniger Östrogen vorhanden ist, wird die Gebärmutterschleimhaut nur noch dünn aufgebaut, dadurch wird auch die Regelblutung schwächer
  • Wenn kein Eisprung mehr stattfindet, entsteht kein Gelbkörper mehr und damit kaum Progesteron, das normalerweise die zweite Zyklushälfte stabilisiert.
  • Irgendwann reichen die Hormonsignale aus dem Gehirn nicht mehr aus, um ein Follikel reifen zu lassen. Der Körper „überspringt“ ganze Zyklen, bis schließlich gar keine Blutung mehr auftritt.

Wenn 12 Monate gar keine Blutung mehr aufgetreten ist, ist (zurückgerechnet) der erste Tag der letzten Regelblutung der Tag der Menopause, Frau ist dann post-menopausal.

Noch verbleibende Follikel in den Eierstöcken werden im Lauf der Jahre zurückgebildet, dieser Prozess der Rückbildung nennt sich Atresie, die Eierstöcke bestehen dann hauptsächlich aus Bindegeweben und produzieren noch einige wenige Hormone, vor allem Androgene (männliche Hormone).

Typische Merkmale

In dieser Phase werden Blutungen oft kürzer, schwächer oder bleiben gelegentlich ganz aus. Die Zyklen verlängern sich, es kommt zu Schmierblutungen anstelle einer echten Periode. Oft treten gleichzeitig Symptome wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen auf.

Mögliche Auslöser

Die häufigste Ursache für schwache oder unregelmäßige ist das natürliche Nachlassen der Hormonproduktion. Daneben können aber auch andere Faktoren den Zyklus abschwächen oder die Blutung ausbleiben lassen

  • Starker Gewichtsverlust oder Untergewicht: Fettgewebe produziert Östrogen, sinkt der Körperfettanteil stark, fällt auch der Hormonspiegel ab.
  • Stress und Erschöpfung: Erhöhtes Cortisol stört die feine hormonelle Rückkopplung zwischen Gehirn und Eierstöcken
  • Übermäßig Sport: Intensive körperliche Belastung kann die Hormonachse vorübergehend blockieren.
  • Erkrankungen der Schilddrüse: Sowohl Über- als auch Unterfunktion beeinflussen den Zyklus
  • PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) kann in seltenen Fällen auch in späteren Lebensjahren noch zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Blutungen führen.
  • Medikamente wie z.B. Hormonpräparate oder Antidepressiva können die Blutung verändern oder hemmen

Was helfen kann

  • Beobachte deinen Zyklus bewusst. Auch wenn die Blutungen seltener werden, ist es hilfreich zu notieren, wann sie auftreten und wie stark sie sind. Das erleichtert den Überblick in dieser Übergangsphase
  • Achte auf ausreichende Nährstoffversorgung: Eisen, Vitamin D, B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren unterstützen Stoffwechsel und Hormonbalance
  • Achte auf Gewicht und Ernährung: Ein zu niedriger Körperfettanteil kann den Östrogenspiegel zusätzlich senken, während Übergewicht durch vermehrte Östrogenbildung Blutungen unregelmäßig machen kann.
  • Ausreichend Schlaf und Bewegung stabilisieren das vegetative Nervensystem und unterstützen die hormonelle Balance
  • Gelassenheit üben. Annehmen und akzeptieren. Denn Unregelmäßigen sind in dieser Lebensphase normal. Mit der Zeit pendelt sich der Körper in eine neue Stabilität ein

Wann zum Arzt?

Wenn Zwischenblutungen oder Schmierblutungen ungewöhnlich stark, häufig oder schmerzhaft sind, wenn die Regel zu einem Zeitpunkt ausbleibt der zu früh für die Menopause ist und auch wenn nach mehr als einem Jahr ohne Regelblutungen erneut Blutungen auftreten, sollte auf jeden Fall eine Abklärung durch eine:n Gynäkolog:in erfolgen.

6. Zwischen- und Schmierblutungen – kleine Signale mit Bedeutung

In den Wechseljahren verändert sich nicht nur die Häufigkeit und Stärke der Regelblutung, oft treten auch Zwischenblutungen oder Schmierblutungen auf. Sie können harmlos und hormonell bedingt sein oder auch andere Ursachen haben. Daher ist es wichtig, auf diese Signale des Körpers zu achten und sie richtig einzuordnen.

Was passiert im Körper?

Zwischen- und Schmierblutungen entstehen, wenn das feine Zusammenspiel der Hormone Östrogen und Progesteron gestört ist.

Wir erinnern uns:

  • In der ersten Zyklushälfte sorgt Östrogen dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut
  • In der zweiten Zyklushälfte stabilisiert Progesteron diese Schleimhaut

Wenn kein Eisprung stattfindet, wird kaum Progesteron gebildet. Die Schleimhaut wird ungleichmäßig aufgebaut und kann vorzeitig oder teilweise abgestoßen werden. Das zeigt sich dann als Zwischen- oder Schmierblutung.

Auch ein schneller Abfall des Östrogenspiegels kann eine solche Blutung auslösen: Die Gebärmutterschleimhaut reagiert sehr sensibel auf Hormonveränderungen und kann bei Schwankungen kurzfristig abbluten.

Typische Merkmale

Es kommt häufig zu hellroten, bräunlichen oder rötlich-schwarzen Blutungen außerhalb der normalen Regelblutung, die meist leicht und manchmal nur am Toilettenpapier sichtbar sind. Die Schmierblutungen können wenige Stunden oder mehrere Tage dauern und treten oft in den Tagen vor der Regelblutung oder in den Tagen um den erwarteten Eisprung auf.

Mögliche Auslöser

Zwischen- oder Schmierblutungen sind sehr häufig hormonell bedingt, können aber auch durch körperliche Faktoren begünstigt werden:

  • Hormonelle Schwankungen: Wenn Östrogen und Progesteron stark schwanken wird die Gebärmutterschleimhaut instabil
  • Unregelmäßige Eisprünge: Ohne Eisprung fehlt das Progesteron als Stabilisator der Gebärmutterschleimhaut in der zweiten Zyklushälfte
  • Verhütungsmittel: Hormonspirale und Minipille können zu kurzfristigen Schmierblutungen führen, auch beim Wechsel von Verhütungsmitteln kann es zu Schmierblutungen kommen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen: Schmierblutungen bei Hormonspiralen bzw. bei Minipillen.
  • Stress: Dauerstress beeinflusst die Hormonsteuerung und kann ebenfalls Blutungen außerhalb des Zyklus auslösen.
  • Polypen oder Myome: Das sind gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, die die Schleimhaut reizen können
  • Schilddrüsenstörungen: Auch die Veränderungen des Schiddrüsenhormonspiegels kann sich auf den Zyklus auswirken
  • Infektionen oder Entzündungen im Bereich der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses können ebenfalls Blutungen verursachen

Was helfen kann

  • Notieren von Zeitpunkt und Häufigkeit der Zwischenblutungen – das hilft, um Muster zu erkennen
  • Stress reduzieren: Entspannungsphasen einplanen und auf genügend Schlaf und Bewegung achten. All das unterstützt die hormonelle Balance.
  • Sanfte pflanzliche Unterstützung: nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal können auch Heilpflanzen wie Frauenmantel oder Schafgarbe helfen, den Zyklus zu harmonisieren.
  • Verhütungsmittel überprüfen: Am besten ist es, Rücksprache mit der:dem Frauenarzt:ärztin zu halten, ob Dosis oder Methode angepasst werden sollten.

Wann zum Arzt?

Wenn die Zwischenblutungen regelmäßig oder sehr stark auftreten oder wenn sie länger anhalten bzw. von Schmerzen begleitet werden, ist ein Arztbesuch anzuraten.

Auch wenn Blutungen nach der Menopause wiederkommen, ist ein Besuch beim Arzt notwendig.

Und immer, wenn du unsicher bist und abklären lassen willst, ob die Ursache für die Blutungen hormonell oder organisch ist, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

7. PMS in den Wechseljahren – wenn die Tage vor den Tagen schwerfallen

Für viele Frauen ist es überraschend, dass Symptome des Prämenstruellen Syndroms (PMS) auch in den Wechseljahren auftreten – manchmal sogar stärker als früher oder erstmals in dieser Lebensphase.

Was passiert im Körper?

PMS ist grundsätzlich ein Zusammenspiel verschiedener hormoneller Schwankungen und die Reaktion des Körpers – und besonders des Nervensystems – darauf.

In der Perimenopause produzieren die Eierstöcke unregelmäßig Östrogen und Progesteron.

  • Östrogen kann manchmal im Überfluss vorhanden sein, um dann plötzlich auf ein sehr niedriges Level zu fallen.
  • Progesteron, das normalerweise beruhigend und stimmungsstabilisierend wirkt, wird häufig in deutlich geringeren Mengen produziert, wenn kein Eisprung stattfindet.

Dieses Ungleichgewicht – zu viel Östrogen bei gleichzeitig zu wenig Progesteron – wirkt sich direkt auf das Gehirn aus:

  • Östrogen beeinflusst die Produktion von Serotonin, das für Antrieb, Schlaf und Stimmung zuständig ist, und wirkt leicht stimmungsaufhellend. Wenn der Östrogenspiegel stark abfällt, kann das depressive Verstimmungen begünstigen.
  • Fehlt Progesteron steigt die Reizbarkeit, das Nervensystem reagiert empfindlicher

Zusätzlich beeinflussen die Schwankungen auch das Stresshormonsystem. Dieses System im Körper reagiert bei hoher Stressbelastung und chronischem Schlafmangel empfindlicher, was PMS-Symptome noch verstärken kann.

Typische Merkmale

Typische PMS-Beschwerden sind Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und innere Unruhe. Daneben kommt es zu Heißhunger-Attacken, besonders auf Kohlenhydrate oder Süßes. Wassereinlagerungen, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Migräne, Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sind weitere typische PMS-Symptome.

In der Perimenopause können diese Symptome stärker schwanken, weil der Zyklus unregelmäßiger wird. Manchmal treten PMS-Beschwerden sogar ohne nachfolgende Blutung auf, denn die Hormone schwanken, aber der Zyklus läuft nicht klassisch ab.

PMS wird in dieser Phase als besonders belastend empfunden, weil

  • die Zykluslänge oft wenig vorhersehbar ist,
  • die Symptome plötzlich und unerwartet auftreten.
  • parallel oft weitere Wechseljahressymptome dazukommen, wie z.B. Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen

Was helfen kann

  • Ausgewogene, blutzuckerfreundliche Ernährung (Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate, viel Gemüse und Omega-3-Fettsäuren) kann Stimmungsschwankungen und Heißhunger abmildern.
  • Regelmäßige Bewegung fördert die Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin.
  • Atemübungen, Yoga oder Meditation bzw. Entspannungsübungen helfen, das Nervensystem zu beruhigen.
  • Nach Rücksprache mit dem Arzt ist auch die Gabe von Mönchspfeffer möglich – das ist aber in der Perimenopause nicht für jede Frau geeignet, daher ist der Arztbesuch hier unerlässlich.
  • Bei starken Symptomen können auch andere Medikamente (Hormone oder Antidepressiva) hilfreich sein – hier ist eine individuelle ärztliche Begleitung unumgänglich.

Wann zum Arzt?

Wenn die PMS-Symptome sehr stark oder lang anhaltend sind und den Alltag beeinträchtigen, wenn Beschwerden ohne erkennbaren Zyklus auftreten oder wenn zusätzlich depressive Verstimmungen oder Ängste zunehmen, ist ein Arztbesuch auf jeden Fall ratsam.

8. Der Zyklus im Wandel – und es geht weiter

Zyklus- und Blutungsveränderungen gehören zu den deutlichsten Zeichen, dass der Körper sich auf eine neue hormonelle Lebensphase vorbereitet. Mal kommt die Regel früher, mal später, mal stärker, mal schwächer und manchmal bleibt sie einfach aus. All das ist Teil des natürlichen Übergangs, auch wenn es im Alltag oft verunsichert oder belastet.

Wichtig ist, die eigenen Muster zu erkennen und Veränderungen bewusst wahrzunehmen. Eine ärztliche Abklärung ist immer sinnvoll, wenn Blutungen sehr stark, unregelmäßig oder ungewöhnlich sind, denn so lassen sich organischen Ursachen ausschließen und passende Unterstützung finden.

Wenn du die hormonellen Zusammenhänge kennst, gelassen bleibst und gleichzeitig ein achtsames Leben führst, kann diese Phase deutlich leichter werden. Sie steht nicht für Verlust, sondern für den Beginn eines neuen Gleichgewichts.

Wechseljahressymptome sind mehr als vielfältig, viele Symptome der Wechseljahre werden oft nach wie vor nicht als solche erkannt und führen deshalb zu Verunsicherung. Daher habe ich die Artikelserie „Wechseljahressymptome im Fokus“ gestartet. Im ersten Teil der Serie bin ich auf klassische Symptome“ wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen eingegangen, Teil 2 – wo du dich gerade befindest – geht näher auf Zyklus- und Blutungsveränderungen ein. Im Teil 3 der Serie geht es um das Thema Körper im Umbruch – Haut, Haare, Knochen & GelenkeDanach, in Teil 4, werde ich auf Veränderungen des Stoffwechsels und Gewichtsveränderungen eingehen, Ursachen erklären und zeigen, was du tun kannst, um dich weiterhin wohl in deinem Körper zu fühlen.

Wechseljahre sind nicht nur eine körperliche Veränderung, sondern auch ein innerer Übergang – eine Chance für dich, dein Leben nochmal neu zu betrachten. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du die Veränderungen, die auf jeden Fall passieren, als Chance für dich nutzen kannst, indem du ihnen aktiv begegnest, lies gern im Beitrag „Veränderung als Chance“ nach oder melde dich bei mir, um mit mir gemeinsam deinen ganz individuellen Weg durch deine Wechseljahre zu skizzieren.

Beitragsbild: Über Mich | Martina Pietsch wachsenimwechsel lacht freundlich in die Kamera.

Martina Pietsch

Autorin

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