1. Einleitung: Warum reden wir eigentlich so selten über die Wechseljahre?
Die Wechseljahre – es betrifft jede Frau, doch kaum jemand spricht darüber. Ein Grund dafür könnte sein, dass diese Lebensphase lange als das Ende der Jugend, als Weg aufs Abstellgleis und als Beginn des Verfalls gesehen wurde – statt als kraftvoller Neuanfang, der Klarheit bringt und neue Möglichkeiten öffnet.
In Österreich sind etwa 50,7% der Bevölkerung weiblich, ca. 1,94 Mio. Frauen sind zwischen 35 und 64 Jahren. Das heißt, ungefähr jede fünfte Frau in Österreich befindet sich derzeit in einer Phase hormoneller Umstellung – die Wechseljahre sind keine seltene Ausnahme die nur wenige betrifft, sondern ein Massenphänomen, das aber nach wie vor oft tabuisiert und nicht beachtet wird. Es ist an der Zeit das zu ändern – aufzuklären und die Wechseljahre aus der Tabuzone zu holen. Denn sie gehören zu Leben jeder Frau dazu.
Warum das so notwendig ist
- in 57% der österreichischen Haushalte wurde noch nie über die Menopause gesprochen… Frauen leiden also still, Männer verstehen nicht und nächste Generationen wachsen in Unwissenheit auf (genau wie wir)
- 58,8% der Befragten halten die Wechseljahre weiterhin für ein Tabuthema, darunter 60,2% der Männer… kein Wunder also, dass viele Frauen sich allen fühlen und oft gar nicht wissen was mit ihnen passiert und auch Männer oft nicht verstehen, warum sich Frauen plötzlich verändern.
- 30% der Frauen informieren sich erst, wenn sie selbst betroffen sind… doch was heißt eigentlich „betroffen“? Sind es die ersten Hitzewallungen oder das Ausbleiben der Regelblutung? Wer erklärt uns Frauen, dass Symptome schon Jahre vorher auftreten können – diffus, irritierend und oft ohne erkennbare Ursache?
(siehe auch im Artikel zur Studie von marketmind.at im Auftrag von Gynial, 2024)
In diesem Beitrag geht es nicht nur darum, was hormonell während der Wechseljahre passiert, sondern auch darum, die Wechseljahre als das zu erkennen, was sie sein können: Eine Chance zur Transformation. Klar, es verändert sich vieles. Aber das bedeutet nicht, dass nun alles bergab geht. Im Gegenteil: Viele Frauen erleben diesen Lebensabschnitt als einen Neubeginn – mit mehr Klarheit, mehr Freiheit und einem ganz neuen Selbstverständnis.
2. Was sind die Wechseljahre – und wann beginnen sie wirklich?
Die Wechseljahre bezeichnen eine Phase hormoneller Umstellung im Leben einer Frau. Sie erstrecken sich oft über viele Jahre und laufen bei jeder Frau unterschiedlich ab. Insgesamt lassen sich vier Phasen unterscheiden, die allerdings meist fließend ineinander übergehen:
Prämenopause
Eigentlich sind wir Frauen ab der ersten Regelblutung in der Prä-Menopause, der Zeit vor der Menopause. Die Zyklen sind in den meisten Jahren der fruchtbaren Zeit mehr oder weniger regelmäßig, in der Zeit ab Mitte 30 kommt es allerdings immer wieder zu Zyklen, die ohne Eisprung verlaufen. Das führt dazu, dass es zu einem leichten Ungleichgewicht der Hormone kommt, meist ohne auffällige Symptome.
Perimenopause
Die Prämenopause geht oft unbemerkt in die Perimenopause über. Nun treten Symptome oft immer stärker in den Vordergrund. Der Östrogenspiegel schwankt stark, der Eisprung wird seltener, die Progesteronproduktion lässt nach. Frauen erleben erste Symptome wie Zyklusunregelmäßigkeiten, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme oder Brain Fog – viele davon werden aber nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht, was zu Unsicherheit und Verunsicherung führt.
Die Perimenopause kann bis zu 10 Jahren dauern. Rund ein Drittel der Frauen leidet unter starken Symptomen, ein Drittel mittelstarke, ein Drittel spürt kaum Veränderungen.
Menopause
Als Menopause bezeichnet man die letzte Regelblutung – rückblickend nach 12 Monaten blutungsfreier Zeit. Sie markiert das Ende der fruchtbaren Lebensphase.
Postmenopause
Es stellt sich nun ein neues hormonelles Gleichgewicht ein, viele Symptome klingen ab oder verändern sich. Der Körper hat sich angepasst, vieles stabilisiert sich – sowohl psychisch wie auch psychisch
3. Was passiert im Körper? Eine kleine Hormonkunde (ohne Fachchinesisch)
Östrogen
Das sogenannte „Hormon der Weiblichkeit“ beeinflusst nicht nur Zyklus, Haut und Figur, sondern wirkt im ganzen Körper – auf das Herz-Kreislauf-System, auf das Gehirn, auf Knochen, Gelenke und Schleimhäute. Wenn der Östrogenspiegel schwankt oder sinkt, reagieren viele Organe irritiert: Gelenke knacken, die Haut wird trockener, die Gedanken rotieren – und die Stimmung pendelt zwischen Drama und völliger Antriebslosigkeit.
Mit dem Rückgang von Östrogen sinkt auch das Bedürfnis, es allen rechtmachen zu wollen. Viele Frauen berichteten, dass sie sich nun endlich trauen, ihre Meinung klarer zu sagen und für sich einzutreten.
Progesteron
Dieses Hormon wird nur nach einem Eisprung gebildet. Fehlt der Eisprung, fehlt auch Progesteron – und damit das Hormon, das für Ausgleich und Entspannung sorgt und schlaffördernd wirkt. Ohne Progesteron ist Frau reizbarer und gestresster. Da in den Wechseljahren der Mangel weit verbreitet ist, hat das Auswirkungen auf Schlaf, Stimmung, innere Anspannung und Gereiztheit.
Testosteron
Obwohl dieses Hormon oft nur Männern zugeschrieben wird, ist es auch bei Frauen sehr wichtig. Es sorgt für einen kühlen Kopf und gibt Energie und Antrieb zum Planen und Handeln. Das Gute – Testosteron bleibt während der Wechseljahre meist relativ stabil. Daher rücken Eigenschaften wie Tatkraft, Klarheit und Entschlussfreude deutlich in den Vordergrund. Kein Wunder also, dass in der Perimenopause viele große Entscheidungen fallen – beruflich wie privat.
4. Wenn Körper und Geist Tango tanzen – Auswirkungen auf die Psyche und Leistungsfähigkeit
Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre betreffen nicht nur den Körper, sondern auch das seelische Gleichgewicht. Es ist keine Einbildung, wenn sich plötzlich alles anders anfühlt: Der Blick auf die Welt verändert sich, Beziehungen geraten ins Wanken, die eigene Identität steht auf dem Prüfstand. Und gleichzeitig läuft das Leben weiter – Beruf, Familie, Alltag. Kein Wunder also, dass viele Frauen diese Zeit als emotional fordernd erleben.
Leistung? Ja. Aber anders.
Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass in den Wechseljahren die Leistungsfähigkeit automatisch nachlässt. Oft ist es nicht die Leistung an sich, die sich verändert- sondern die Art, wie frau mit sich selbst und den Anforderungen an sie umgeht.
Viele Frauen sind in dieser Phase mitten im Berufsleben, haben manchmal Führungs- oder Projektverantwortung oder kümmern sich gleichzeitig um Kinder, alternde Eltern und all die verschiedenen Anforderungen des Alltags. Der Körper sendet neue, unbekannte Signale, die Psyche stellt Fragen – und dennoch herrscht oft der Anspruch weiter funktionieren zu müssen.
Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Stimmungstiefs werden nicht als mögliche Wechseljahres-Symptome erkannt, sondern als persönliches Versagen empfunden. Dabei wäre es so wichtig zu verstehen, was gerade im eigenen Körper passiert, um mit sich selbst liebevoll umzugehen – und so neue Kraftquellen zu erschließen.
Wenn die Seele mitschwingt
Hinter den körperlichen Veränderungen verbirgt sich oft ein großer innerer Umbruch. Frauen beginnen, das eigene Leben zu hinterfragen.
- Was war wichtig – und was ist es jetzt noch?
- Welche Rollen im Leben wurden erfüllt – und welche passen eigentlich nicht mehr?
Ob Mutter, Partnerin, Tochter, Kollegin, Freundin – viele dieser Identitäten kommen nun ins Wanken oder wollen neu definiert werden.
Viele Frauen stellen sich in dieser Zeit auch die große Sinnfrage – War das schon alles? Mehr dazu liest du in meinem Artikel „Mitten im Leben – die Sinnfrage der Frau um die 40“.
Nicht selten kommt Frau während dieser Zeit an einen Punkt, an dem lang Verdrängtes plötzlich spürbar wird: eigene Wünsche, unterdrückte Wut, vergessene Träume. Solche inneren Stimmen lassen sich mit Anteilsarbeit sichtbar machen und besser verstehen. Wie das funktioniert, erfährst du im Artikel „Innere Anteile verstehen – Veränderung ermöglichen“.
Das kann weh tun – aber es ist auch ein gewaltiges Entwicklungspotential. Denn inmitten dieser Unsicherheit wächst oft ein neues Selbstverständnis. Eines, das nicht mehr auf Anpassung, sondern auf Echtheit beruht.
Midlife-Crisis oder Midlife Klarheit
Im männlich dominierten Weltbild werden diese Veränderungen oft als „Midlife-Crisis“ belächelt, bei vielen Frauen ist diese Phase allerdings eher eine der Neuorientierung und keine Krise im klassischen Sinn.
Es beginnt ein Prozess des Loslassens und des Fokussierens und Priorisierens: Weniger Kompromisse – mehr Klarheit. Weniger Gefallen wollen – mehr Selbstannahme.
Die Fragen, die sich Frauen stellen, verändern sich – und damit auch die Antworten. Ob Krise oder Klarheit – entscheidend ist, wie wir mit den Veränderungen umgehen – lies gern mehr dazu in meinem Artikel „Veränderung als Chance“.
Spürst du selbst, dass die Wechseljahre bei dir vieles in Bewegung bringen – körperlich und seelisch? In einem Coaching können wir gemeinsam herausfinden, wie du diese Zeit nicht nur bewältigst, sondern als Chance für Klarheit und Neubeginn nutzt.
Und was bedeutet das für den Job?
Im Arbeitsleben werden die Wechseljahre bisher kaum thematisiert. Während es in Großbritannien bereits erste verpflichtende Menopause-Richtlinien gibt, ist das Thema in Österreich erst wenig angekommen. Laut einer Studie von marketmind im Auftrag von Gynial (2024) geben 80% der befragten Frauen an, sich durch die Wechseljahre in ihrer Arbeitsleistung beeinträchtigt zu fühlen. Gleichzeitig wünschen sich 60% mehr Verständnis am Arbeitsplatz – aber nur 9% der Arbeitgeber greifen das Thema überhaupt auf.
Einige Initiativen versuchen, das zu ändern (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Fest steht aber schon jetzt: Wenn Frauen in der Perimenopause plötzlich weniger belastbar oder emotionaler wirken, dann ist das keine Schwäche, sondern eine körperliche Reaktion auf eine massive hormonelle Umstellung. Und sie braucht Verständnis, Information und vor allem: einen offenen Umgang.
5. Ein paar weniger bekannte aber häufige Symptome der Wechseljahre genauer betrachtet
Während Hitzewallungen und Veränderungen bei der Regelblutung oft als „klassische Symptome“ der Wechseljahre gelten, gibt es doch so viele weitere Symptome, die in Zusammenhang mit den Wechseljahren stehen können. Mittlerweile hat man über 70 Symptome identifiziert, die von den Veränderungen im Körper durch die Wechseljahre beeinflusst werden können, die Liste ist mehr als vielfältig und betrifft körperliche Symptome wie Gelenksschmerzen oder Herzrhythmusstörungen genauso wie die verschiedensten psychischen Symptome. Tendenz steigend. Es lohnt sich also, bei plötzlich auftretenden Symptomen, für die keine wirkliche Ursache gefunden werden kann, auch mal an die Wechseljahre zu denken. Denn die Symptome sind vielfältig, erklärungsbedürftig und betreffen viele Frauen in Österreich und auf der ganzen Welt.
In diesem Abschnitt schauen wir etwas genauer hin und holen häufige Symptome der Wechseljahre, die aber oft nicht sofort mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden, vor den Vorhang.
Brain Fog – Watte im Hirn
Brain Fog, das sind plötzliche Konzentrationsprobleme, Worte, die vergessen werden, während man sie gerade aussprechen will und auch kurze Erinnerungsaussetzer… vergessene Verabredungen zählen hier genauso dazu wie das Gefühl, plötzlich in der Küche zu stehen und keine Ahnung zu haben, was man hier eigentlich wollte oder in der Präsentation die vorbereiteten Folien anzustarren, als hätte man noch nie vorher etwas mit dem Thema, mit dem man sich seit Monaten beschäftigt, zu tun gehabt.
Laut verschiedenen Messungen wie z.B. in „Menopause and cognitive impairment“ (veröffentlicht im World Journal of Psychiatry, Aug. 2021) geben zwischen 45% und 65% der Frauen an, während der Zeit der Wechseljahre Probleme mit der Merkfähigkeit zu haben und auch Wichtiges oder gut bekanntes immer wieder mal zu vergessen. Diese Probleme führen teilweise so weit, dass die Sorge besteht, eine neurologische Krankheit zu haben, wodurch zusätzlicher Stress verursacht wird.
Doch es gibt eine natürliche Erklärung für das Phänomen des Brain Fog:
- der vorher schon erwähnte Östrogenspiegel beeinflusst das Gehirn, besonders den Hippocampus, der für das Verarbeiten und Speichern von Erlebtem und das Abrufen für Erinnerungen sowie die Verknüpfung von Erlebnissen mit Emotionen zuständig ist.
- Auch der Präfrontale Cortex, der das Denken in komplexen Zusammenhängen ermöglicht und für Aufmerksamkeit und Konzentration, Entscheidungen, Impulskontrolle sowie Planung, Organisation und Zielverfolgung zuständig ist, ist vom schwankenden Östrogenspiegel betroffen.
Denn Östrogen ist unter anderem ein Hormon, das direkt im Gehirn wirkt:
- es fördert Verbindungen zwischen Nervenzellen und regt das Wachstum neuer Nervenzellen an
- zusätzlich schützt es Nervenzellen im Gehirn vor Stress und Entzündungen
- und es beeinflusst die Verfügbarkeit von sogenannten Neurotransmittern wie Dopamin oder Serotonin, die für Stimmung, Motivation und Gedächtnisleistung des Menschen zuständig sind.
Die Östrogenschwankungen während der Wechseljahre wirken wie Störsignale im Gehirn:
- sie führen im Hippocampus zu schwächerer Gedächtnisleistung, Orientierungsproblemen und „Wortfindungsstörungen“
- im präfrontalen Cortex kommt es zu Konzentrationsmangel, Entscheidungsproblemen und mentaler Erschöpfung
Das Phänomen ist für viele Frauen erschreckend und unangenehm, doch sobald die Hormone nach der Menopause wieder in Ruhe geraten normalisiert sich der Brain Fog in den meisten Fällen. Das wurde mittlerweile auch durch Studien belegt (z.B. „Menopause and Brain Fog: What’s the link?“ von 2022), und auch durch neue Bildgebungsverfahren (fMRT) zeigt sich, dass sich Gehirnfunktionen nach der Menopause oft wieder stabilisieren, sobald der Körper sich an den neuen Hormonstatus angepasst hat.
Möglichkeiten, dem Brain Fog gegenzuwirken sind vielfältig und auf vielen Ebenen möglich.
- Es ist hilfreich, sich verschiedene „Erinnerungsstrategien“ zurechtzulegen, wie z.B. Checklisten, kein Multi-Tasking zu leben (das in Wirklichkeit sowieso nie funktioniert), sondern vollen Fokus auf eine anstehende Aufgabe zu richten und im besten Fall alle Gedanken und Ideen zu Thema sofort aufzuschreiben – damit sie sicher nicht verloren gehen – und immer wieder Pausen einzuplanen und so dem Gehirn die Zeit zur Verarbeitung zu geben.
- Regelmäßige Bewegung fördert die Neubildung von Nervenzellen im Hypocampus
- Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Antioxidantien, die durch die Ernährung aufgenommen werden, unterstützen die Hirnleistung.
- Schlafhygiene und Stressabbau sind relevant, da Stress und Schlafmangel die Symptome des Brain Fogs verstärken.
- Falls der Leidensdruck groß ist, kann nach Rücksprache mit dem Arzt auch eine Hormontherapie, gemeinsam mit einer Lebensstilveränderung, hilfreich sein.
Haarausfall – plötzlich sind sie dünner und werden immer weniger
Über Haarausfall und dünner werdende Haare spricht man nicht wirklich – sonst wäre vielen Frauen schon viel früher klar, dass sie mit ihren Haar-Problemen nicht allein sind. Haarausfall beginnt oft schon in einem sehr frühen Stadium der Wechseljahre und es ist ein anderer Haarausfall als bei Männern. Hormonelle bedingter Haarausfall bei Frauen bedeutet eine Ausdünnung der Haare am Oberkopf, plötzlich sind immer mehr Haare in der Bürste, ohne wirklichen Anlass.
Anhaltender Haarausfall macht Sorge, oft werden verschiedene am Markt vorhandene Mittel ausprobiert – meist mit zweifelhaftem Erfolg – oder Ärzte aufgesucht, um Schilddrüsenprobleme oder andere medizinische Themen, wie Mangelerscheinungen z.B. Eisen, die mit Haarausfall einhergehen können, auszuschließen.
Doch viel zu selten wird nach wie vor bedacht, dass der Haarausfall hormonelle Ursachen haben kann. Denn durch den schwankenden Rückgang von Östrogen und Progesteron und dem relativen Anstieg von „männlichen Hormonen“ wie Testosteron kommt es zu Veränderungen beim Haarzyklus, die zu Haarausfall führen können bzw. werden auch die Haarfollikel direkt beeinflusst.
- Östrogene verlängern die Wachstumsphase des Haares, sie verbessern die Durchblutung der Kopfhaut und die Nährstoffversorgung der Haarwurzel und wirken entzündungshemmend.
- Weniger Östrogen heißt also kürzere Wachstumsphase und schlechter versorgte Haarfollikel und führt zu einem schnelleren Haarausfall.
- Männliche Hormone verkleinern und schwächen Haarfollikel, in der Folge werden die Haare dünner, kürzer und weicher.
Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, entgegenzuwirken.
- Wichtig ist es, zunächst medizinische Ursachen auszuschließen
- und eventuell auch in Rücksprache mit dem Arzt die Ernährung durch Nahrungsergänzungsmittel wie Eisen oder Biotin zu optimieren oder eine medikamentöse Therapie oder die Einnahme von Hormonen anzudenken
- Kopfhautpflege – regelmäßige Massagen und feuchtigkeitsspendende Produkte können ebenfalls zu Verbesserung führen.
- Auch Stressreduktion, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können zur Reduktion des Haarausfalls beitragen.
Schlafbeschwerden – wenn die Nacht keine Ruhe mehr bringt
Schlechter Schlaf, sowohl Ein- wie auch Durchschlafprobleme, nächtliche Schweißausbrüche, frühes Erwachen und Müdigkeit tagsüber sind Symptome, die Frauen mittlerweile schon häufiger mit Wechseljahrssymptomen in Verbindung bringen.
Auch für diese Veränderungen sind Hormonveränderungen verantwortlich, ganz besonders sind hier die schön bekannten Hormone Östrogen und Progesteron beteiligt, gemeinsam mit Melatonin (dem Schlafhormon, dessen Produktion beginnt, wenn es dunkel wird) und Cortisol (dem Stress- oder Wachhormon, das morgens ansteigt, um den Körper zu aktivieren)
Für Einschlafprobleme ist besonders ein Mangel an Progesteron verantwortlich – leider ist Progesteron eines der ersten Hormone, das in der Perimenopause abnimmt. Progesteron wirkt beruhigend und schlaffördernd, fehlt es wird das Abschalten am Abend schwerer – die Gedanken kreisen und die innere Unruhe steigt.
Gleichzeitig kann das Cortisol abends noch erhöht sein, besonders wenn der Tag emotional oder körperlich fordernd war. Und auch Melatonin, das Einschlafhormon, wird mit zunehmendem Alter oft langsamer produziert und erschwert damit das Einleiten des Schlafes.
Typische Wechseljahres-Einschlafprobleme sind also Müdigkeit, aber innere Unruhe, der Körper will schlafen, aber der Geist läuft weiter und kommt nicht zur Ruhe.
Für Durchschlafprobleme und nächtliches Aufwachen ist hauptsächlich Östrogen bzw. dessen Mangel verantwortlich. Denn Östrogen beeinflusst unter anderem auch die Temperaturregulation und die Reizempfindlichkeit. Bei sinkendem Östrogen kommt es zu Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen, oft begleitet von Herzklopfen oder Panikgefühlen. Diese Symptome wecken den Körper während der Tiefschlafphase und es dauert danach oft lange, bis man wieder einschlafen kann
Die Ursachen für sehr frühes Erwachen sind wieder andere. In der zweiten Nachthälfte steigt der Cortisolspiegel natürlicherweise an, um den Körper aufs Aufwachen vorzubereiten. Wenn die Hormone in Unruhe sind (z.B. niedriges Östrogen, niedriges Progesteron, Cortisol steigt zu früh) wird der natürliche Weckimpuls übersteuert und man wacht zu früh und zu wach auf. Eine weitere Ursache kann auch der verringerte Melatoninspiegel (durch Östrogenmangel) sein, der dazu beiträgt, dass die Schlafphase nicht lange genug gehalten werden kann.
Oft ist frau während der Wechseljahre auch tagsüber müde und hat das Gefühl nicht erholt aufzuwachen. Hauptverantwortlich dafür sind oft gleich mehrere Faktoren – vom schlechten Schlafrhythmus über das Hormonungleichgewicht bis hin zu mentaler Überforderung.
- Durch häufiges Aufwachen fehlt dem Körper der notwendige Tiefschlaf, in dem Regeneration, Zellreparatur und Gedächtnisverarbeitung stattfindet.
- Der sinkende Östrogenspiegel führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Stimmungstiefs, Reizbarkeit und Erschöpfung.
- Der Progesteronmangel hemmt das Abschalten und führt zu mentaler Überforderung.
- Das hormonelle Ungleichgewicht führt teilweise auch zu einem instabilen Blutzuckerspiegel, besonders am Nachmittag – was zum Nachmittagstief führen kann.
Alle Schlafprobleme, obwohl sie teilweise unterschiedliche Ursachen haben, hängen miteinander zusammen – Schlaf ist ein zirkuläres System. Denn wenn der Schlaf nicht tief genug ist (wegen Hitzewallungen oder Stress) und man zu früh erwacht (wegen Cortisol) oder man nicht einschlafen kann (wegen Progesteronmangel) dann entsteht ein Teufelskreis aus schlechtem Schlaf, der zu Müdigkeit führt, dadurch werden mehr Stresshormone ausgeschüttet, die wiederum zu schlechtem Schlaf führen…
Um Schlafprobleme in den Griff zu bekommen, ist es wichtig
- eine gute Schlafhygiene zu etablieren, die verschiedene Bereiche des Lebensstils und des Verhaltens vor dem Schlafengehen beinhaltet (z.B. Raumtemperatur, Helligkeit, Ernährungsgewohnheiten…)
- Auch kleine alltägliche Rituale können helfen, abends besser zur Ruhe zu kommen – mehr dazu liest du im Artikel „Rituale als Wegbegleiter in Zeiten der Veränderung.“
- Wenn notwendig, kann auch eine medizinische Abklärung und – nach Rücksprache mit dem Arzt – eine Einnahme von Schlaf-Medikamenten zur Entspannung und einem angenehmen Nachtschlaf beitragen.
Mehr zum Thema Schlaf findest du in meinem Blogartikel „Schlaf – unsere Quelle für Kraft, Klarheit und Lebensfreude“
6. Veränderungen im Sexualleben – mehr als Libidoverlust
Die Wechseljahre bringen viele Veränderungen mit sich – körperlich, emotional und mental. Eine der sensibelsten und gleichzeitig häufig tabuisierte Veränderung betrifft das Sexualleben. Viele Frauen erleben in dieser Phase Veränderung ihres Lustempfindens, bei ihren körperlichen Reaktionen oder bei ihrem sexuellen Selbstbild. Wichtig zu wissen ist, dass diese Veränderungen nicht ausschließlich hormonell bedingt sind, sie entstehen im Zusammenspiel mit verschiedenen anderen individuellen, partnerschaftlichen und psychosozialen Faktoren. Und – es gibt auch positive Entwicklungen, die gerne übersehen werden.
Es gibt eine große Anzahl an Veränderungen, die häufig während der Wechseljahre auftreten. Sie reichen
- vom Rückgang des sexuellen Verlangens
- bis zur Veränderung der Dauer, um sexuell erregt zu werden oder einen Orgasmus zu erlangen.
- Scheidentrockenheit und daraus folgende Schmerzen beim Sex treten ebenfalls immer wieder auf.
- Und das eigene Körpergefühl verändert sich, oft spielt hier auch Scham wegen körperlichen Veränderungen eine Rolle.
- Manchmal wünscht frau sich auch mehr emotionale Nähe und Kuscheln als spontane Sex-Begegnungen.
Nicht alle Frauen sind gleichermaßen betroffen, manche berichten auch von keiner Veränderung oder sogar einer gestiegenen Lust – wie so viele andere Symptome der Wechseljahre gibt es auch hier die verschiedensten Ausprägungen, wie Veränderung stattfinden kann.
- Die Hormone haben auch bei den Veränderungen im Sexualleben viel Einfluss. Östrogen sorgt für eine gute Durchblutung der Vaginalschleimhaut, für Elastizität und Feuchtigkeit Östrogenmangel kann daher zu Scheidentrockenheit, Jucken, Brennen und Schmerzen führen – was wiederum das Verlangen mindert.
- Progesteron wirkt beruhigend und unterstützt das emotionale Wohlbefinden. Wenn es fehlt, kommt es zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen, die sich indirekt auch auf das Sexualleben auswirken.
- Auch Stress und Überlastung, Probleme in der Partnerschaft, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbild und mögliche Medikamente können zu Veränderungen des Sexuallebens führen.
Hormonelle Probleme können oft schnell und unproblematisch gelöst werden, indem lokale Hormontherapien durch Zäpfchen oder Vaginalcremes durchgeführt werden – natürlich immer in Rücksprache mit Arzt oder Ärztin.
Daneben ist es wichtig, eine Partnerschaft zu leben in der über Bedürfnisse, Ängste und Wünsche gesprochen werden kann. Und es kann hilfreich sein durch Achtsamkeitstraining oder Körperarbeit sich selbst und den eigenen Körper besser wahrzunehmen und kennenzulernen.
Auch wenn das Sexualleben während der Wechseljahre oft schwierig war, kommen Frauen mit der Postmenopause in eine Phase, in der sie eine neue Freiheit genießen können – denn Schwanger werden ist nun nicht mehr möglich. Und da sich viele Frauen während der Wechseljahre besser kennengelernt haben, ist da nun auch mehr Selbstsicherheit, Frauen wissen und sprechen aus was sie wollen und was nicht. Manchmal verlagert sich der Fokus weg vom Orgasmus hin zu Nähe, Berührung und Sinnlichkeit. Vielleicht haben sich auch äußere Verpflichtungen geändert und es ist nun Zeit, Sexualität achtsamer und bewusster zu erleben.
7. Wechseljahre – ein Tabu mit Tradition
Obwohl so gut wie jede Frau früher oder später in die Wechseljahre kommt, wird erstaunlich wenig darüber gesprochen. Weder im privaten Umfeld noch am Arbeitsplatz, weder in der Schule noch bei den meisten Arztbesuchen. Die Wechseljahre sind nach wie vor ein Thema, das meist im Stillen stattfindet – begleitet von Unsicherheit, Unwissenheit und oft auch Scham. Und das, obwohl sie für Millionen Frauen eine prägende Lebensphase darstellen, in der sich nicht nur der Hormonhaushalt, sondern oft auch das Selbstbild, die Beziehungen und die Prioritäten verändern.
Es ist also dringend an der Zeit, das Schweigen zu brechen. Denn das fehlende Wissen – sowohl bei Betroffenen als auch in deren Umfeld – hat reale Folgen: körperlich, psychisch, beruflich und gesellschaftlich.
Warum wird so wenig über die Wechseljahre gesprochen?
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das Schweigen über die Wechseljahre keinesfalls zufällig ist. Es ist das Resultat jahrzehntelanger gesellschaftlicher Prägung. In einer Kultur, die Jugend, Frische und Fruchtbarkeit als Idealbilder feiert, wird der Rückgang der Fruchtbarkeit häufig gleichgesetzt mit einem Verlust an Wert in der Gesellschaft. Nach dieser Logik gelten Frauen nach den Wechseljahren als „nicht mehr in ihrer Blüte“, bestenfalls unsichtbar, schlimmstenfalls überflüssig.
Diese Denkart hat sich tief in das kollektive Bewusstsein eingebrannt. Noch heute wird die Menopause oft als Ende verstanden – nicht als Übergang. Statt als natürlicher Lebensabschnitt mit eigenen Qualitäten erscheint sie vielen als eine Art Defizitzustand. Dazu kommt: Im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Themen wurde die Menopause lange Zeit medizinisch vernachlässigt. Forschung und öffentliche Diskussion, so sie überhaupt stattfand, drehten sich oft um Risiken und weniger um Chancen oder konkrete Hilfen.
Doch nicht nur im öffentlichen Bereich, auch in vielen Familien wurde nie über das Thema gesprochen. Weder mit der Mutter noch mit der eigenen Tochter. Was bleibt ist das Schweigen zwischen den Generationen. Und wer selbst keine Worte findet, für das was in dieser Zeit des Lebens erlebt wird, wird es schwer haben, anderen davon zu erzählen.
Die Folgen des Schweigens
Wenn Frauen keine Informationen über die Wechseljahre haben, können sie ihre Symptome nicht richtig einordnen – körperliche Beschwerden erscheinen rätselhaft und verunsichern. Psychische Veränderungen wie Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit werden häufig als persönliches Scheitern empfunden. Es entsteht der Eindruck, nicht mehr zu funktionieren. Das Selbstwertgefühl leidet – und oft auch das Vertrauen in den eigenen Körper.
Nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im Arbeitsleben bleibt die Menopause häufig unsichtbar. Kolleg:innen oder Vorgesetzte wissen nicht, was gerade passiert – oder wissen es zwar aber haben keine Worte dafür oder Möglichkeiten, damit umzugehen. Die Folge: Frauen ziehen sich zurück oder leisten Übermenschliches, um nicht negativ aufzufallen.
Und auch Männer – Partner, Kollegen, Söhne – haben meist keinen Zugang zu dem, was Frauen in dieser Phase erleben. So bleibt vieles unausgesprochen. Und was nicht verstanden wird, kann auch nicht unterstützt werden.
Es tut sich was – Initiativen und neue Sichtbarkeit
Erfreulicherweise beginnt sich das Bild der unsichtbaren Wechseljahre zu wandeln. In den letzten Jahren ist das Thema Wechseljahre international sichtbarer geworden. Prominente Frauen wie Naomi Watts, Michelle Obama oder Gillian Anderson sprechen öffentlich über ihre Erfahrungen. Medien greifen das Thema auf, Podcasts, Bücher und Social-Media-Kanäle schaffen Räume für Austausch.
Vor allem im angloamerikanischen Raum entstehen gerade neue Herangehensweisen: Die Wechseljahre werden nicht mehr als Verlust, sondern als eine Art zweite Pubertät gesehen – ein Übergang in eine neue Lebensphase mit mehr Klarheit, innere Freiheit und Selbstbestimmtheit. Und genau wie Jugendliche in der Pubertät brauchen auch Frauen in den Wechseljahren Unterstützung, Verständnis und Information – keine Tabus und keine Schweigespirale.
Auch die Arbeitswelt beginnt sich langsam zu bewegen. In Großbritannien, den Niederlanden und Australien entwickeln Unternehmen erste Menopause-Richtlinien – mit Informationsangeboten, flexibleren Arbeitszeiten oder betrieblichen Gesundheitsprogrammen, die speziell auf Frauen in dieser Lebensphase abgestimmt sind
Und wie sieht es in Österreich aus?
Auch in Österreich ist ein Umdenken im Gange – wenn auch langsam. 2024 wurde erstmals eine Studie mit dem Fokus Wechseljahre am Arbeitsplatz in Österreich durchgeführt.
Das Online-Magazin Wechselweise.net, das sich aller möglichen Aspekte zum Thema Wechseljahre annimmt, und auch Partner der MenoSupport Studie war, bietet viele Informationen und Hilfestellungen und veranstaltet seit einigen Jahren den Menoday – ein Tag ganz im Zeichen der Wechseljahre.
Das Thema Wechseljahre wird langsam präsenter in den Medien und auch erste Unternehmen, besonders im Gesundheits- und Sozialbereich, beginnen, das Thema betriebsintern aufzugreifen.
Zudem wächst der Wunsch vieler Frauen nach Austausch und Aufklärungen. Veranstaltungen, Community-Formate, Infoangebote, Podcasts… zeigen: Die Wechseljahre sind kein Randthema. Sie sind mitten im Leben angekommen. Und genau dort gehören sie auch hin.
Meine treuen Begleiter seitdem ich mich erstmals mit dem Thema Wechseljahre auseinandergesetzt habe, sind übrigens das Buch „Woman on Fire“ von Dr. Sheila De Liz und der Podcast „Menomio – Der Podcast für glückliche Wechseljahre„.
8. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Klarer, freier, selbstbestimmter
Wer Wechseljahre nur als Abschied begreift, übersieht Wesentliches. Denn während sich der Körper verändert, passiert auch etwas anderes: Der Blick nach Innen wird schärfer, das Bedürfnis nach Klarheit wächst – ebenso wie der Wunsch, sich nicht länger für andere zu verbiegen. Viele Frauen erleben in dieser Zeit eine Rückkehr zu sich selbst. Nicht selten zum ersten Mal seit Jahrzehnten.
Was dabei entsteht ist keine Midlife-Crisis, sondern ein Midlife-Weckruf.
- Was stimmt noch, was nicht mehr?
- Welche Rollen sind zu eng geworden, welche Träume zu lang verschoben worden?
Wenn der hormonelle Sturm sich legt, bleibt oft erstaunlich viel innere Ruhe und ein neues, feines Gespür dafür, was wirklich wichtig ist.
Diese Phase ist nicht das Ende der Weiblichkeit oder der Leistungsfähigkeit. Im Gegenteil. Sie kann der Beginn einer zweiten Reife sein – nicht im Sinne eines Verfalls, sondern eines Aufblühens. Die biologische Fruchtbarkeit mag enden, doch die kreative, emotionale und spirituelle Produktivität nimmt oft gerade jetzt Fahrt auf.
Neustart nach dem Hormonchaos
Für viele Frauen eröffnen sich nach den Wechseljahren neue Perspektiven. Sie starten beruflich neu durch, bilden sich weiter, beginnen zu schreiben, zu reisen, zu forschen, zu tanzen, zu gründen. Es entstehen Netzwerke, sie gehen in die Politik oder starten einen ganz neuen Weg in ihrem Leben. Manche beenden langjährige Beziehungen – andere finden endlich zu sich selbst.
Es ist kein Zufall, dass viele sogenannte „Spätzünderinnen“ Frauen sind, die sich in der zweiten Lebenshälfte endlich den Raum nehmen, den sie sich früher nicht zugestanden haben. So hat z.B. Vera Wang ihr erstes Brautkleid mit 40 entworfen – heute ist sie eine der bekanntesten Designerinnen der Welt. Oder Tony Morrison, die erste afroamerikanische Nobelpreisträgerin für Literatur, veröffentlichte ihr erstes Buch mit 39. Oder Julia Child, die amerikanische Kochbuchlegende begann erst mit Mitte 30 zu kochen – und wurde mit über 50 weltberühmt.
Und das sind keine Einzelfälle. Es ist vielmehr ein Hinweis darauf, was alles möglich ist, wenn man es wagt, alte Muster abzulegen und neue Wege zu gehen. Frauen in der zweiten Lebenshälfte bringen Erfahrung, Weitblick, emotionale Intelligenz, Konfliktlösungskompetenz und Lebensklugheit mit. Fähigkeiten, die in unserer Gesellschaft oft unterschätzt, aber in Wahrheit dringend gebraucht werden.
Selbstbestimmung statt Selbstzweifel
Natürlich ist der Übergang nicht immer leicht. Die hormonellen Schwankungen können anstrengend sein, der Körper verändert sich und manche Nacht ist schlaflos. Aber diese Phase ist auch eine Einladung. Eine Einladung, sich selbst neu kennenzulernen und Verantwortung zu übernehmen – für sich, für die eigenen Bedürfnisse und für das eigene Lebensgefühl.
Es reicht nicht, sich zurückzulehnen und zu warten, dass die Wechseljahre irgendwann vorbei sind. Es ist an der Zeit, die eigene Gestaltungskraft zu erkennen und zu nutzen. Wer selbst aktiv wird, kann viel tun:
- sich informieren,
- vernetzen,
- den eigenen Körper verstehen lernen,
- Bedürfnisse aussprechen,
- Hilfe annehmen,
- Neues ausprobieren.
- Und manchmal auch ganz bewusst Altes loslassen.
Denn es geht nicht darum, wieder so zu werden wie früher. Es geht darum, ganz da zu sein, so wie frau jetzt ist. Ohne Entschuldigung, ohne Verkleidung und ohne sich dauernd zu erklären.
Ausblick statt Rückblick
Was, wenn die Wechseljahre nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas ganz Neuem sind? Einer Geschichte, in der Frauen in der Mitte ihres Lebens nicht verschwinden, sondern auftauchen? Sichtbar, kraftvoll, verbunden. Frauen, die nicht länger gefallen müssen, sondern gestalten wollen, die nicht leiser werden, sondern klarer. Die nicht funktionieren, sondern führen – ihr Leben, sich selbst… und vielleicht sogar andere.
Es ist Zeit, dieses neue Kapitel aufzuschlagen. Nicht mit Angst – sondern mit Neugier.

Martina Pietsch
Autorin
Hast du das Gefühl, dass dein Leben manchmal Kopf steht – und du irgendetwas ändern willst? Oder dass du gerne die Veränderungen durch die Wechseljahre aktiv für dich nutzen willst?
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen – als Mentaltrainerin und Veränderungsbegleiterin unterstütze ich dich dabei, deine eigenen Ressourcen zu entdecken, besser mit körperlichen und seelischen Veränderungen umzugehen und die Chance für einen echten Neubeginn zu nutzen.
Bist du neugierig und willst mehr erfahren – nimm gern Kontakt mit mir auf!
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