1. Einleitung: Der Körper reagiert auf Nahrung anders als früher
Das ist Teil 4 der Serie „Wechseljahressymptome im Fokus“, in der ich die unterschiedlichen körperlichen und seelischen Veränderungen dieser Lebensphase genauer betrachte. Im ersten Teil der Serie standen klassische Wechseljahressymptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen im Mittelpunkt. Im zweiten Teil lag der Schwerpunkt auf Zyklus- und Blutungsveränderungen, im dritten Teil um Veränderungen an Haut, Haaren, Knochen, Muskeln und Bindegewebe. In diesem Beitrag geht es nun um ein weiteres Thema, das oft sehr belastend ist: Stoffwechselveränderungen, die Gewichtszunahme zur Folge haben.
Nahrung zu sich zu nehmen fühlt sich während der Wechseljahre oft wie ein Glücksspiel an: Nehme ich zu, obwohl ich nicht mehr esse als früher? Vertrage ich immer noch alle Speisen, die ich zu mir nehme? Fühle ich mich noch Tage nach dem Essen aufgebläht und träge? Oder kann ich einfach genießen was vor mir am Teller liegt, ohne Auswirkungen auf meine Körperfunktionen?
Oft steigt das Gewicht, obwohl sich an den Ernährungsgewohnheiten und der Menge an Bewegung kaum etwas verändert hat. Dazu kommen häufig Verdauungsprobleme, Wassereinlagerungen oder neue Unverträglichkeiten, die verunsichern und das Gefühl verstärken, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren.
Der Stoffwechsel verändert sich während der Wechseljahre, all diese Symptome sind häufig Ausdruck der Hormonschwankungen und der Versuche des Körpers darauf zu reagieren. Östrogen, Progesteron, Stresshormone und Insulin beeinflussen, wie die Energie im Körper verarbeitet, gespeichert und ausgeschieden wird, sie alle sind während der Wechseljahre oft extremen Veränderungen ausgesetzt.
Ich gehe in diesem Beitrag darauf ein, warum Gewichtszunahme in den Wechseljahren so häufig vorkommt, welche Rolle Verdauung, Wassereinlagerungen und neu auftretende Unverträglichkeiten dabei spielen und warum all diese Themen sehr eng miteinander verbunden sind. Ich möchte Zusammenhänge verständlich machen und Symptome erklären und dabei Verständnis für die Veränderungen des Körpers schaffen.
Wenn du auf der Suche nach allgemeinen Informationen zu den Wechseljahren und den hormonellen Veränderungen während dieser Zeit bist, dann lies gern in meinem Artikel „Wechseljahre – was passiert wirklich“ nach.
2. Gewichtszunahme – warum der Körper Nahrung plötzlich anders speichert
Gewichtszunahme in den Wechseljahren fühlt sich oft unfair an: Bewegung und Ernährung bleiben gleich und trotzdem verändert sich der Körper. Denn die Prioritäten unseres Körpers ändern sich, Hormonschwankungen führen zu Stress und Unsicherheit und eigentlich will uns unser Körper nur schützen. Doch leider arbeitet er dabei mit Verhaltensmustern aus früherer Zeit, die heute nicht mehr passend sind (zum Glück bedeutet Stress meistens nicht tödliche Gefahr und notwendige Flucht…) und das führt zu Unzufriedenheit und Verwirrung.
Was passiert im Körper?
Unser Stoffwechsel umfasst alle Prozesse im Körper, mit denen Nahrung aufgenommen, umgewandelt, genutzt, gespeichert und wieder ausgeschieden wird. Er stellt sicher, dass Energie bereitsteht, Organe funktionieren, Zellen sich erneuern und überschüssige Stoffe entweder gespeichert oder ausgeschieden werden. Kurz gesagt, der Stoffwechsel ist dafür verantwortlich, dass unser Körper funktioniert.
Dabei laufen ständig Aufbau- und Abbauprozesse parallel ab:
- Aufbauprozesse (Anabolismus) dienen dem Aufbau und Erhalt von Muskeln, Knochen, Organen und Energiereserven
- Abbauprozesse (Katabolismus) setzen Energie frei, indem Zucker, Fett oder Eiweiß zerlegt und „verbrannt“ werden
- Daneben werden im Rahmen der Assimilation Nährstoffe aus der Nahrung in körpereigene Substanzen wie z.B. Muskelprotein, Fettgewebe oder Hormone umgewandelt und durch
- Dissimilation werden gespeicherte Stoffe zur Energiegewinnung abgebaut.
Welche der verschiedenen Prozesse überwiegen, wird maßgeblich durch Hormone gesteuert.
Der Stoffwechsel passt seine Arbeitsweise ständig an das aktuelle Energieangebot, die hormonelle Situation, das Stressniveau, den Schlafzustand und die körperliche Aktivität an.
Er entscheidet unter anderem:
- Wie effizient Nahrung in Energie umgewandelt wird. Nach dem Essen werden Kohlenhydrate zu Zucker, Fette zu Fettsäuren und Eiweiß zu Aminosäuren zerlegt. Diese Bausteine gelangen ins Blut.
- Steigt der Blutzuckerspiegel, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Insulin entscheidet, ob Zucker direkt in die Zellen aufgenommen und zur Energiegewinnung genutzt wird oder ob er gespeichert wird, zunächst als Glykogen in der Leber oder in den Muskeln, bei Überschuss wird Zucker in der Leber zu Fettsäuren umgebaut, die dann vor allem im Bauchraum als Fett gespeichert werden.
- Fettsäuren werden entweder direkt zur Energiegewinnung verbrannt, in Fettzellen gespeichert oder als Bausteine für Zellmembranen genutzt
- Aminosäuren werden zum Aufbau von Muskelprotein, Enzymen und Hormonen genutzt. Der Körper kann keine Aminosäuren speichern, Überschüsse werden direkt zur Energiegewinnung herangezogen oder indirekt über mehrere Schritte in Fett umgewandelt.
- Wie viel Energie der Körper im Alltag verbraucht. Der tägliche Energieverbrauch setzt sich aus drei Anteilen zusammen:
- Dem Grundumsatz (Energie für Atmung, Herzschlag, Gehirn und Organe), der stark von der Muskelmasse, der Schilddrüsenfunktion und der Hormonlage abhängt.
- Dem Leistungsumsatz (Energie für Bewegung, Sport und Alltagsaktivitäten)
- Der Thermogenese (Energie für Verdauung und Wärmeproduktion)
- Wann Energie als Fett gespeichert wird. Überschüssige Energie aus Nährstoffen wird gespeichert, wenn dem Körper mehr Brennstoff zur Verfügung steht, als er aktuell für Bewegung, Wärmehaushalt und Organfunktionen benötigt. Bei Stress und hormonellen Veränderungen speichert der Körper mehr Energie als Reserve als in „ruhigen“ Zeiten. Zentrale Steuerhormone sind dabei Insulin (fördert Fettspeicherung), Cortisol (fordert insbesondere Bauchfett) und Östrogen (beeinflusst, wo das Fett gespeichert wird)
In den Wechseljahren verändert sich die Regulierung grundlegend. Hormone wie Östrogen, Progesteron, Insulin, Cortisol und die Schilddrüsenhormone, die gemeinsam den Stoffwechsel steuern, verändern sich.
Besonders der sinkende Östrogenspiegel führt dazu, dass gleich mehrere Steuermechanismen gleichzeitig aus dem Gleichgewicht geraten. Denn Östrogen beeinflusst die Fettverteilung, die Insulinempfindlichkeit der Zellen, den Energieverbrauch und auch das Hungergefühl.
- Durch den Rückgang des Östrogens hat der Körper das Gefühl, dass er eine Phase erhöhter Unsicherheit durchlebt. Dadurch speichert er Energie effizienter und gibt sie langsamer wieder ab. Dieser biologische Schutzmechanismus was evolutionsbiologisch sinnvoll, im heutigen Alltag führt er allerdings häufig zu Gewichtszunahme.
- Während der fruchtbaren Jahre wird Fett bevorzugt an Hüften und Oberschenkeln gespeichert. Sinkt der Östrogenspiegel, verlagert sich die Speicherung zunehmend in den Bauchraum, da es so nahe an der Leber und den verschiedenen Organen ist und damit bei Bedarf schnell verfügbar ist. Das Bauchfett (oder viszerales Fett) ist stoffwechselaktiv, das heißt es beeinflusst Hormone und Entzündungsprozesse, indem es selbst Hormone produziert, Enzyme freisetzt und stark mit der Leber und den Insulinregulatoren kommuniziert. Es reagiert besonders sensibel auf Stresshormone wie Cortisol.
- Östrogen unterstützt indirekt auch den Erhalt von Muskelmasse, indem es die Muskulatur vor Abbau schützt und ihre Versorgung und Regeneration unterstützt. In den Wechseljahren bauen Muskeln schneller ab, wenn sie nicht gezielt trainiert werden. Da Muskelgewebe auch im Ruhezustand viel Energie verbraucht, sinkt mit abnehmender Muskelmasse der Grundumsatz. Der Körper benötigt also bei gleichem Lebensstil weniger Energie.
- Östrogen verbessert die Wirkung von Insulin. Sinkt der Östrogenspiegel, reagieren Köperzellen oft weniger sensibel auf Insulin. Zucker bleibt länger im Blut und wird vermehrt in Fett umgewandelt und gespeichert, ganz besonders im Bauchbereich. Schnelle Kohlenhydrate wie z.B. Zucker, Süßigkeiten, Weißbrot oder Limonaden verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Auch Stress oder zu wenig Schlaf führen zu Veränderungen des Stoffwechsels.
- Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel fördert gezielt die Fettspeicherung, hemmt den Muskelaufbau und verstärkt Blutzuckerschwankungen, da Cortisol dem Körper „Gefahr“ bzw. „erhöhte Aufmerksamkeit“ signalisiert und ihn dazu anhält, schnell verfügbare Energie bereit zu stellen.
- Schlafmangel verändert zusätzlich die Ausschüttung von Hunger- und Sättigungshormonen. Das Hungergefühl steigt, das Sättigungssignal nimmt ab (mehr dazu im Blogartikel zum Thema Schlaf).
- Progesteronmangel, der oft schon früh in der Perimenopause einsetzt, führt zu erhöhtem Stress und weniger Schlaf. Denn Progesteron wirkt beruhigend auf das Nervensystem, stabilisiert den Blutzucker und wirkt schlaffördernd, fehlt es steigt der Cortisolspiegel, und die Schlafstörungen nehmen zu.
Auch die Schilddrüse reagiert während der Wechseljahre sensibler auf Stress, Nährstoffmangel, Schlafmangel und hormonelle Veränderungen. Östrogenmangel beeinflusst auch den Transport und die Wirkung der Schilddrüsenhormone und ihre Verfügbarkeit im Gewebe. Schon kleine Verschiebungen der Schilddrüsenaktivität nach unten können den Energieverbrauch senken und Müdigkeit und Gewichtszunahme begünstigen.
All diese Prozesse greifen ineinander. Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist daher selten die Folge eines einzelnen Faktors, sondern Ausdruck einer gesamt-hormonellen Umstrukturierung. Die Prioritäten des Körpers verschieben sich: weg von schneller Energieverbrennung und schlanker Form hin zu Energiesicherheit, Stabilität und Schonung der Ressourcen.
Typische Merkmale
Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist oft davon gekennzeichnet, dass die Ernährung gleich bleibt und das Gewicht trotzdem steigt. Besonders der Bauch nimmt an Umfang zu, man hat oft das Gefühl aufgeschwemmt zu sein. Bewegungsabläufe und Diäten, die früher gut zur Gewichtsreduktion funktioniert haben, wirken oft nicht mehr wirklich.
Mögliche Auslöser
Hormonelle Veränderungen bilden oft die Grundlage für Gewichtsveränderungen, aber die Entwicklung des Gewichts während der Wechseljahre wird von mehreren zusätzlichen Faktoren beeinflusst, die sich oft gegenseitig verstärken.
- Chronischer Stress: Kurzfristiger Stress ist für den Körper gut regulierbar. Wird Stress zum Dauerzustand, bleibt das Stoffwechselsystem in erhöhter Alarmbereitschaft, der Körper erhält durchgehend das Signal, Energie besonders sorgsam zu nutzen und Reserven zu sichern, wann immer es möglich ist.
- Schlafmangel bzw. unregelmäßiger Schlaf: Schlaf ist die Phase, in der der Stoffwechsel auf Reparatur, Ausgleich und Neujustierung umschaltet (mehr dazu im Blogartikel „Schlaf“). Fehlt diese Phase oder wird durch häufiges Aufwachen unterbrochen, wirkt sich das u.a. auf die Produktion und Funktionsweise der Hormone die für Hunger- und Sättigungsgefühl zuständig sind, aus.
- Fehlendes Krafttraining: besonders in den Wechseljahren ist es für Frauen wichtig, gezieltes Krafttraining durchzuführen. Reine Alltagsbewegung oder Ausdauertraining reichen oft nicht aus, um dem hormonell bedingten Muskelabbau entgegenzuwirken.
- Verdauungsreaktionen und neue Unverträglichkeiten: Verdauungsprobleme, Blähungen oder neu auftretende Unverträglichkeiten können das Gefühl von Gewichtszunahme verstärken – mehr dazu in den nächsten Kapiteln dieses Beitrags.
- Wiederholte Diäten, eingeschränktes Essverhalten: Kalorienarme Phasen oder häufige Diäten senden dem Körper klare Mangelsignale, in hormonell instabilen Phasen reagiert der Stoffwechsel besonders sensibel darauf. Statt flexibel zu regulieren, schaltet er verstärkt in den Sparmodus, der langfristig die Fettspeicherung begünstigt und den Energieverbrauch senkt.
- Medikamente und Vorerkrankungen: Bestimmte Medikamente und bestehende Stoffwechsel- bzw. Schilddrüsenveränderungen können die hormonell bedingten Prozesse zusätzlich beeinflussen.
Was helfen kann
Am wichtigsten ist es, dem Körper zu vermitteln, dass er nicht in Gefahr ist und daher die vorhandene Energie wieder angemessen nutzen kann. Damit kommt der Stoffwechsel wieder in Balance, was sich irgendwann auch auf das Gewicht auswirken wird.
Folgende Maßnahmen können dabei unterstützen:
- Muskelaufbau gezielt fördern: Regelmäßiges Krafttraining ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, um den Grundumsatz zu stabilisieren. Muskelmasse erhöht den Energieverbrauch auch in Ruhephasen, verbessert die Insulinempfindlichkeit und wirkt der hormonell bedingten Umverteilung von Fett entgegen.
- Blutzucker stabil halten: Regelmäßige Mahlzeiten mit ausreichend Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten helfen, starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Dadurch sinkt die Insulinausschüttung, Heißhunger wird reduziert und die Fettspeicherung weniger stark angeregt.
- Stress aktiv reduzieren: Entspannungsübungen, bewusste Pausen, realistische Erwartungen an mich selbst und ein achtsamerer Umgang mit verschiedenen Belastungen im Alltag senken den Cortisolspiegel. Ein ein entspanntes Nervensystem signalisiert dem Körper Sicherheit, und das ist eine wichtige Voraussetzung, um gespeicherte Energie wieder freizugeben.
- Schlaf priorisieren: Guter Schlaf unterstützt die hormonelle Regulierung von Hunger, Sättigung und Blutzucker. Schon kleine Verbesserungen der Schlafqualität können sich positiv auf Gewicht, Energie und Wohlbefinden auswirken.
- Verdauung unterstützen: Ballaststoffreiche, gut verträgliche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung fördern die Darmaktivität. Das kann Blähungen, Wassereinlagerungen und entzündliche Prozesse im Körper reduzieren, die häufig als Gewichtszunahme wahrgenommen werden.
- Sanfter Umgang mit dem Körper: Radikale Maßnahmen, strenge Diäten oder ständiges Kontrollieren verstärken oft den Stress. Langsamere Änderungen, die an den eigenen Lebensstil angepasst sind, wirken oft nachhaltiger.
- Geduld und Selbstbeobachtung: Stoffwechselveränderungen reagieren zeitverzögert. Es braucht Zeit, bis sich neue Routinen positiv auswirken. Das bewusste Beobachten von eigenen Mustern hilft, passende Stellschrauben zu erkennen und neue wirksame Routinen zu etablieren.
Wann zum Arzt
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn es zu einer sehr raschen oder ausgeprägten Gewichtszunahme kommt, wenn zusätzlich zur Zunahme auch starke Müdigkeit, Kältegefühl oder Antriebslosigkeit auftreten, wenn die Gewichtszunahme sehr belastend ist oder wenn es Vorerkrankungen gibt, die bisher gut eingestellt waren, und wo nun möglicherweise eine Neujustierung notwendig ist.
3. Verdauungsprobleme – wenn der Darm plötzlich sensibler reagiert
Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung oder ein plötzlich empfindlicher Darm gehören zu Wechseljahressymptomen, die oft nicht als solche wahrgenommen werden. Bestimmte Lebensmittel werden plötzlich nicht mehr so gut vertragen wie früher, die Verdauung wird insgesamt träger. Das wird häufig auf Stress, Alter oder falsches Essen geschoben, doch auch hier spielen hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle.
Was passiert im Körper?
Im vorigen Kapitel zur Gewichtszunahme habe ich beschrieben, wie hormonelle Veränderungen den Stoffwechsel insgesamt verlangsamen und die Energieverwertung verändern. Diese Prozesse betreffen auch den Verdauungstrakt. Der Darm ist Teil eines fein abgestimmten Steuerungssystems aus Hormonen und Nerven, seine Bewegungen, die Ausschüttung von Verdauungssäften und auch die Zusammensetzung der Darmflora reagieren sensibel auf hormonelle Veränderungen und auf Stress bzw. Ruhephasen im Leben.
- Östrogen beeinflusst die Darmbewegungen, es wirkt anregend auf die Beweglichkeit des Darms. Sinkt der Östrogenspiegel, kann sich die Darmtätigkeit verlangsamen. Nahrung verweilt dann länger im Verdauungstrakt, was zu Verstopfung, Blähungen und einem ausgeprägten Völlegefühl führen kann.
- Veränderung der Darmflora: Ein sinkender Östrogenspiegel verändert das Säuremilieu im Darm, das führt dazu, dass sich die Zusammensetzung der Darmbakterien und damit das Gleichgewicht der Darmflora in den Wechseljahren verändert. Die Folge ist, dass bestimmte Nahrungsbestandteile schlechter abgebaut werden. Das begünstigt die Gasbildung, Unverträglichkeiten und entzündliche Prozesse im Darm.
- Einfluss des Nervensystems: Der Darm ist eng mit dem vegetativen Nervensystem, das unbewusste Körperfunktionen wie Verdauung, Herzschlag oder Atmung reguliert, verbunden, als Teil der Darm-Hirn-Achse. Stress, innere Unruhe oder Schlafmangel, alles Faktoren, die in den Wechseljahren häufig auftreten, wirken sich direkt auf die Verdauung aus. Ist das Nervensystem dauerhaft im Alarmmodus, wird die Verdauung gedrosselt. Energie die für Verdauung und Nährstoffverarbeitung vorgesehen wäre, steht dann für mögliche Flucht- oder Verteidigungsreaktionen bereit. Die Folge sind eine träge Verdauung, Blähungen oder ein unangenehmes Völlegefühl.
- Schleimhäute verändern sich: Ähnlich wie die Haut (mehr Infos dazu in Teil 3 der Serie) verändern sich auch die Darmschleimhäute, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Sie werden trockener und empfindlicher, was die Gleitfähigkeit des Darminhalts beeinträchtig und die Verdauung zusätzlich erschwert.
Typische Merkmale
Veränderungen der Verdauung in den Wechseljahren können sich auf vielfältige Art zeigen: Es kommt vermehrt zu Blähungen oder Gasbildung, oft unabhängig von der Art oder Menge der Nahrung, die wir zu uns genommen haben. Völlegefühl oder Druck im Bauch sind genauso wie eine träge Verdauung oder Verstopfung weitere Anzeichen. Auch der Wechsel zwischen Verstopfung und weichem Stuhl, die zunehmende Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln und das Gefühl „aufgeschwemmt“ zu sein sind mögliche Anzeichen.
Mögliche Auslöser
Neben den hormonellen Veränderungen können zusätzliche Faktoren die Verdauung belasten:
- Stress und Zeitdruck beim Essen: Essen unter Zeitdruck, im Stehen oder nebenbei verhindert, dass der Körper rechtzeitig in den notwendigen Ruhemodus für Verdauung wechseln kann. Denn die Verdauung beginnt bereits im Gehirn, fehlt die bewusste Wahrnehmung des Essens, laufen viele vorbereitende Prozesse, wie die Aktivierung der Verdauungssäfte, nur eingeschränkt ab.
- Bewegungsmangel: Bewegung regt die Darmtätigkeit an, da sie die Durchblutung des Verdauungstrakts verbessert und so den Weitertransport des Darminhalts unterstützt. Fehlt sie, verlangsamt sich die Verdauung.
- Ernährung: Ballaststoffarme Kost oder ein hoher Anteil an stark verarbeiteten Lebensmitteln können die Darmflora zusätzlich belasten und Verdauungsprobleme verstärken.
- Neue Unverträglichkeiten – mehr dazu im Kapitel weiter unten
- Auch verschiedene Medikamente können die Verdauung beeinflussen
Was helfen kann
Um den Darm zu entlasten und ihm stabile Rahmenbedingungen zu bieten, gibt es verschiedene Punkte, die wir beachten können:
- Regelmäßige Mahlzeiten in ruhiger Atmosphäre: Essen in entspannter Umgebung aktiviert das parasympathische Nervensystem, das für eine gute Verdauung hilfreich ist. Regelmäßige Mahlzeiten geben dem Körper Sicherheit, er kann sich optimal und rechtzeitig auf die kommende Verdauung vorbereiten.
- Ballaststoffe langsam steigern: Ballaststoffe fördern die Darmbewegung, sollten jedoch schrittweise in die Ernährung integriert werden, um Blähungen zu vermeiden.
- Ausreichend Flüssigkeit: Wasser ist entscheidend für die Stuhlkonsistenz und auch für die Beweglichkeit der Darmschleimhaut, die eine reibungslose Verdauung gewährleistet.
- Bewegung in den Alltag integrieren: Spaziergänge und sanfte Bewegungen wie z.B. Beckenkreisen, Rumpfdrehungen oder die Katze-Kuh-Übung regen die Darmtätigkeit an.
- Ernährungstagebuch führen: So wird erkennbar, was nach wie vor gut vertragen wird und bei welchen Nahrungsmitteln der Körper sich schwertut.
- Stress reduzieren: gezielt Entspannungsübungen oder Atemtechniken einsetzen. Chronischen Stress zu reduzieren ist gut für viele Lebensbereiche, unter anderem unterstützt es auch ein gutes Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Verdauung.
Wann zum Arzt
Wenn Verdauungsprobleme neu, stark oder anhaltend auftreten, es zu ungeklärtem Gewichtsverlust oder anhaltenden Schmerzen kommt, die Lebensqualität stark eingeschränkt ist oder Blut im Stuhl ist, ist es wichtig, sich so bald als möglich ärztliche Unterstützung zu holen. Verdauungsbeschwerden können hormonell bedingt sein, sollten aber nie vorschnell ausschließlich den Wechseljahren zugeschrieben werden.
4. Wassereinlagerungen – wenn der Körper Flüssigkeit zurückhält
Kleidung sitzt plötzlich enger, Ringe lassen sich schlechter abnehmen, Beine oder Hände wirken dicker, oft unabhängig von einer Veränderung der Ernährung oder des Köpergewichts. Wassereinlagerungen, das Gefühl „aufgeschwemmt“ zu sein, schwerer und behäbiger zu sein, kommen in den Wechseljahren häufig vor, auch darüber wird viel zu selten gesprochen.
Was passiert im Körper?
Wie schon im Kapitel zur Gewichtszunahme beschrieben, beeinflussen hormonelle Veränderungen den gesamten Stoffwechsel. Wassereinlagerungen sind ein weiterer Ausdruck der hormonellen Umstellung. Dabei lagert sich Wasser im Raum zwischen den Zellen, dem sogenannten Interstitium ein, besonders häufig im Unterhautgewebe, z.B. bei Beinen, Knöcheln, Händen oder im Gesicht, im Bindegewebe oder im lockeren Gewebe um Organe.
- Östrogen beeinflusst die Durchlässigkeit der Blutgefäße. Schwankt der Östrogenspiegel, können Wasser, gelöste Salze und kleine Eiweiße leichter aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe austreten. Das führt zu sichtbaren und spürbaren Wassereinlagerungen, besonders in Beinen, Händen, im Gesicht oder am Bauch.
- Progesteron wirkt im Körper leicht entwässernd. Es unterstützt die Ausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit über die Nieren. In den Wechseljahren sinkt Progesteron oft sehr früh, kann daher nicht mehr auf den Körper einwirken.
- Veränderungen im Bindegewebe: Ähnlich wie Haut und Gelenke verliert auch das Bindegewebe an Struktur und Elastizität. Wasser sammelt sich dadurch leichter im Gewebe und wird langsamer wieder abtransportiert.
- Stresshormone wie Cortisol beeinflussen den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers. Bei anhaltendem Stress kann der Körper vermehrt Flüssigkeit zurückhalten, da Cortisol die Ausscheidung über die Nieren hemmt. Wassereinlagerungen sind oft mit Stressphasen im Leben verknüpft.
Typische Merkmale
Wassereinlagerungen in den Wechseljahren zeigen sich oft durch geschwollene Beine, Knöchel oder Füße, besonders abends bzw. Spannungsgefühl in Händen, Fingern oder dem Gesicht. Es kommt zu plötzlichen Gewichtsschwankungen innerhalb weniger Tage und das Gefühl unbeweglicher bzw. „aufgedunsen“ zu sein.
Die Symptome treten oft Phasenweise auf und verstärken sich mit Zyklusveränderungen, Stress oder Schlafmangel
Mögliche Auslöser
Hormonelle Veränderungen haben viel Einfluss auf Wassereinlagerungen, daneben können aber verschiedene Faktoren verstärkend wirken:
- Bewegungsmangel: Fehlende Muskelaktivität verlangsamt den Rücktransport von Flüssigkeit über das Lymph– und Venensystem, besonders in den Beinen.
- Langes Sitzen oder Stehen: Statische Körperhaltungen erschweren ebenfalls den Abfluss von Flüssigkeiten aus den Füßen und Beinen.
- Salzreiche oder stark verarbeitete Ernährung: Hohe Salzaufnahme kann die Wassereinlagerung im Gewebe fördern, besonders bei hormoneller Instabilität, da der Körper dann nicht so gut regulierend eingreifen kann. Der Körper reagiert in den Wechseljahren daher sensibler auf Salz.
- Hitze: Wärme erweitert die Blutgefäße und begünstigt das Austreten von Flüssigkeit ins Gewebe
- Stress und Schlafmangel beeinflussen den Hormonhaushalt und den Flüssigkeitsregulationsmechanismus ebenfalls negativ
Was helfen kann
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen und den natürlichen Abtransport von Flüssigkeiten zu fördern:
- Regelmäßige Bewegung: Spaziergänge, sanfte Gymnastik oder gezielte Bewegungen der Beine aktivieren die Muskeln und den Lymphfluss und erleichtern so den Abtransport der überschüssigen Flüssigkeit.
- Bewegte Pausen im Alltag einlegen, besonders bei sitzenden Tätigkeiten, z.B. durch häufiges Wechseln der Sitzposition, regelmäßiges Aufstehen, Hochlagern der Beine oder kurze Aktivierungsübungen wie Fußkreisen im Sitzen, Waden anspannen & lösen oder Fersen-& Zehen anheben unterstützen ebenfalls die Abgabe von Flüssigkeit.
- Ausreichend Trinken: Klingt paradox, aber wirkt. Denn zu wenig Trinken signalisiert dem Körper, Flüssigkeit zurückzuhalten, erst bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr lässt er los
- Salz bewusst einsetzen: Stark verarbeitete Lebensmittel mit hohem Salzgehalt so gut wie möglich vom Speiseplan streichen, stattdessen ist es besser frisch zu kochen und zu würzen, weniger mit Salz und mehr mit Kräutern und Gewürzen.
- Stress reduzieren: Entspannungsübungen, Atemtechniken oder bewusste Pausen helfen, den Cortisolspiegel zu senken und damit auch die Flüssigkeitsregulation zu normalisieren.
- Kleidung und Haltung:
- Bequeme Kleidung ohne einschnürende Elemente, wie z.B. feste Bündchen an Socken, einschnürender Hosenbund oder formende Unterwäsche unterstützen den Rückfluss von Flüssigkeit.
- Gute Körperhaltung, das bedeutet Sitzen mit aufrechter Wirbelsäule, mit lockeren Schultern und aktiver Bauch- und Rückenmuskulatur ist ebenfalls hilfreich. Schlecht ist z.B. langes Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen, eine verdrehte Haltung oder ein eingesunkener Oberkörper.
Wann zum Arzt
Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn Wassereinlagerungen sehr stark, schmerzhaft oder einseitig auftreten, wenn sie plötzlich zunehmen oder dauerhaft bestehen bleiben oder wenn es zu Atemnot oder starkem Druckgefühl kommt.
Wassereinlagerungen können hormonell bedingt sein, sie können aber auch auf Krankheiten z.B. des Herzens, der Nieren oder der Venen hinweisen, daher ist es wichtig, körperliche Ursachen auszuschließen.
5. Nahrungsunverträglichkeiten – gestern war doch noch alles gut…
Es passiert gefühlt von heute auf morgen: Lebensmittel, die man jahrelang gut vertragen hat führen plötzlich zu Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Hautreaktionen oder allgemeinem Unwohlsein. Auch diese Veränderungen können Teil der Hormonumstellung der Wechseljahre sein.
Besonders Intoleranzen gegenüber Laktose, Fruktose und Histamin sowie Reizdarm-Symptome treten während der Wechseljahre überdurchschnittlich häufig auf.
Was passiert im Körper
Wie schon erwähnt, beeinflussen hormonelle Veränderungen die Darmbewegungen, die Schleimhäute und die Darmflora. Nahrungsunverträglichkeiten entstehen häufig durch ein verändertes Zusammenspiel von Darmschleimhaut, Darmflora, Immunsystem und Nervensystem.
- Veränderungen der Darmschleimhaut: Östrogen unterstützt die Durchblutung, Regeneration und Schutzfunktion von Schleimhäuten, auch im Darm. Sinkt der Östrogenspiegel, kann die Darmschleimhaut empfindlicher und durchlässiger werden. So gelangen verschiedene Nahrungsbestandteile leichter in Kontakt mit dem Immunsystem und lösen Beschwerden aus, obwohl keine klassische Allergie vorliegt.
- Veränderte Aktivität von Enzymen: Die Verdauung von bestimmten Nahrungsbestandteilen, wie z.B. Milchzucker, Fruchtzucker oder Histamin ist auf spezielle Enzyme angewiesen. Enzyme sind körpereigene Eiweiße, die Verdauungsreaktionen ermöglichen oder beschleunigen, wie z.B. Laktase, die Milchzucker spaltet, oder DAO, das Histamin abbaut. Östrogen- und Progesteron-Schwankungen, Stress und eine veränderte Darmflora können dazu führen, dass diese Enzyme weniger effizient arbeiten. Die Folge ist eine unvollständige Verdauung, Nahrungsreste gelangen weiter in den Darm und verursachen dort Beschwerden.
- Darmflora und Gärungsprozesse: Eine veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien, wie sie in den Wechseljahren durch Östrogenmangel passiert, kann dazu führen, dass Kohlenhydrate oder andere Bestandteile stärker vergoren werden. Dabei entstehen Gase und Stoffwechselprodukte, die Blähungen, Druckgefühl oder Durchfall auslösen können.
- Darm-Hirn-Achse und Stress: Der Darm ist über die Darm-Hirn-Achse eng mit dem Nervensystem verbunden. Ist das Nervensystem dauerhaft angespannt, reagiert auch der Darm empfindlicher. Reize, die früher toleriert wurden, können nun als belastend wahrgenommen werden.
Typische Merkmale
Nahrungsunverträglichkeiten in den Wechseljahren können sich auf verschiedene Art zeigen. Blähungen, Völlegefühl oder Bauchschmerzen nach dem Essen können genauso wie Durchfall Hinweise sein. Auch Müdigkeit oder Benommenheit nach dem Essen, Kopfschmerzen oder allgemeines Unwohlsein oder Hautreaktionen wie Jucken oder Rötungen sind mögliche Merkmale.
Typisch ist, dass Symptome nicht sofort sondern zeitverzögert auftreten und sich nicht immer eindeutig einem Lebensmittel zuordnen lassen.
Mögliche Auslöser
Es gibt neben hormonellen Veränderungen auch weitere Faktoren, die Unverträglichkeiten begünstigen oder verstärken können.
- Stress oder hastiges Essen: Ein dauerhaft aktives Stresssystem beeinträchtigt die Verdauung und erhöht die Reizempfindlichkeit des Darms
- Essgewohnheiten: unregelmäßige Mahlzeiten, stark verarbeitete Lebensmittel oder sehr zuckerreiche Kost belasten den Darm zusätzlich
- Antibiotika oder Medikamente können die Darmflora nachhaltig verändern und Unverträglichkeiten begünstigen
- Wiederholte Diäten: auch ein sehr eingeschränktes Essverhalten kann die Darmflora, die Enzymbildung und die Enzymaktivitäten beeinflussen
- Schlafmangel: Schlaf ist wichtig für Regeneration, auch für den Darm. Es kommt während des Schlafs zur Regeneration der Darmschleimhaut, die Darmflora reguliert sich, das Darm-Immunsystem wird stabilisiert und die Stresshormon-Aktivität sinkt. Bei Schlafmangel bleibt das Cortisol dauerhaft erhöht, der Schutz der Darmschleimhaut verschlechtert sich und es kommt zu einer höheren Reizbarkeit und Entzündungsneigung.
Was helfen kann
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Darm zu beruhigen und zu stabilisieren, wobei es auf jeden Fall sinnvoll ist, Beschwerden auch ärztlich abklären zu lassen. Zusätzlich lohnen sich folgende Tipps auf jeden Fall.
- Ernährungstagebuch: Durch ein Ernährungstagebuch ist es möglich Muster und Zusammenhänge zu erkennen und so gezielt Änderungen in der Ernährung durchzuführen
- Einfach und regelmäßig essen: Regelmäßige Mahlzeiten schaffen Struktur und bieten dem Darm Zeit zur Regeneration, das Essen von gut verträglichen, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln wie z.B. gekochtes Gemüse, Reis, Kartoffeln, Haferflocken, Eiern oder Fisch entlastet den Darm.
- Achtsam Essen: Langsam Kauen, Essen ohne Ablenkung und eine ruhige Atmosphäre unterstützen die Verdauung.
- Stress reduzieren: Entspannungsübungen, Atemtechniken oder kleine Pausen wirken direkt auf die Darm-Hirn-Achse
- Darmflora unterstützen: Ballaststoffe aus gut verträglichen Quellen, wie z.B. Haferflocken, Chiasamen, Beeren oder gekochtes Gemüse können helfen, genauso wie fermentierte Lebensmittel oder, nach Rücksprache mit medizinischem Personal, die Einnahme von probiotischen Präparaten können helfen, das Gleichgewicht der Darmflora zu stabilisieren
- Geduld: Bis neue Gewohnheiten Wirkung zeigen braucht es Zeit, oft mehrere Wochen, und konstante Rahmenbedingungen
Wann zum Arzt?
Nicht jede Unverträglichkeit ist hormonell bedingt, eine ärztliche Abklärung schafft in jedem Fall Sicherheit.
Wenn die Beschwerden stark oder lang anhaltend sind, du ungewollt Gewicht verlierst, oder du andere körperliche Beschwerden hast, solltest du dir ärztliche Unterstützung suchen.
6. Der Stoffwechsel im Wandel – und es geht weiter
Gewichtszunahme, Verdauungsprobleme, Wassereinlagerungen oder neu auftretende Nahrungsunverträglichkeiten gehören zu den häufigsten und gleichzeitig zu den frustrierenden Veränderungen in den Wechseljahren. Der Körper reagiert plötzlich anders, obwohl die Lebensumstände und die Ernährung gleich geblieben sind.
Diese Veränderungen sind kein Zeichen von Versagen oder mangelnder Disziplin, sondern entstehen durch die hormonellen Veränderungen, die Auswirkungen auf den Stoffwechsel, den Darm, den Flüssigkeitshaushalt und unser Nervensystem haben. Der Körper priorisiert in dieser Phase der Umstellung Sicherheit und Schonung der Ressourcen bzw. speichert für schlechte Zeiten.
Leider gibt es keine pauschale Lösung, wie wir unseren Körper dazu bringen, die Veränderungen nicht als Gefahr, sondern als natürliche Entwicklung zu begreifen. Es ist möglich, gegenzusteuern, indem wir unsere Körper unterstützen, statt gegen ihn zu arbeiten. Passende Bewegung, ein stabiler Lebensrhythmus, eine entlastende Ernährung und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Stress können dazu beitragen, den Körper zu stabilisieren.
Die Serie „Wechseljahressymptome im Fokus“ beschäftigt sich mit den vielen verschiedenen Symptomen der Wechseljahre, die uns Frauen begegnen können. In Teil 1 stehen klassische Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen im Mittelpunkt, in Teil 2 drehte sich alles um unseren Zyklus, der Fokus von Teil 3 liegt auf Veränderungen bei Haut & Haar, der Knochen und der Gelenke und dieser Teil legt den Schwerpunkt auf Stoffwechselveränderungen und Gewichtszunahme.
Im nächsten Teil der Serie „Wechseljahressymptome im Fokus“ wird es um verschiedene psychische Symptome der Wechseljahre gehen – Antriebslosigkeit, Brain Fog, Entwicklung neuer Ängste, Wutanfälle oder Entscheidungsschwierigkeiten.
Die Wechseljahre sind nicht nur eine körperliche Anpassung, sondern auch ein innerer Übergang. Sie laden dich dazu ein, den eigenen Körper neu kennenzulernen und bewusster mit ihm zu arbeiten. Wenn du dich intensiver damit beschäftigen willst, wie du diese Phase aktiv gestalten und als Entwicklungsschritt nutzen kannst, lies gerne im Beitrag „Veränderung als Chance“ weiter oder melde dich bei mir, um gemeinsam deinen individuellen Weg durch diese Lebensphase zu skizzieren.

Martina Pietsch
Autorin
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