Kopf & Sinne… alles gerät aus dem Gleichgewicht
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Kopf & Sinne geraten aus dem Gleichgewicht

2. Kopfschmerzen … der Kopf tut immer öfter weh

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

3. Migräne … Hormonschwankungen verändern auch hier so einiges

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

4. Schwindel … alles schwankt und dreht sich plötzlich

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

5. Tinnitus … es summt und pfeift im Ohr

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

6. Hörveränderungen … Gespräche werden plötzlich anstrengend

  • Was passiert im Körper?
  • Typische Merkmale
  • Mögliche Auslöser
  • Was helfen kann
  • Wann zum Arzt?

7. Fazit: Auch Kopf und Sinne reagieren auf die Hormonveränderungen

1. Einleitung: Soll ich wirklich auch darüber reden?

Dieser Beitrag ist Teil 7 der Serie „Wechseljahressymptome im Fokus“, in der ich die unterschiedlichen körperlichen und seelischen Veränderungen dieser Lebensphase genauer betrachte. Im ersten Teil der Serie standen klassische Wechseljahressymptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen im Mittelpunkt. Im zweiten Teil lag der Schwerpunkt auf Zyklus- und Blutungsveränderungen, im dritten Teil auf Veränderungen an Haut, Haaren, Knochen, Muskeln und Bindegewebe. Teil vier drehte sich um Gewichtszunahme und Stoffwechselveränderungen, Teil fünf um mentale und emotionale Symptome wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Antriebslosigkeit. Im sechsten Teil ging es um den Intimbereich und die Blase. In diesem siebten und letzten Teil der Serie stehen nun unser Kopf und unsere Sinne im Mittelpunkt, wir schauen uns Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus und Veränderungen unseres Hörvermögens genauer an.

Wechseljahressymptome, da denken wir nach wie vor meistens an Hitzewallungen, Schlafprobleme, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen. Viel seltener kommt uns in den Sinn, dass auch plötzlich häufiger auftretende Kopfschmerzen oder unvorhersehbare Migräneattacken ein Zeichen für die Wechseljahre sein können, genauso wie ein Pfeifen im Ohr oder ein Schwindelgefühl, wenn wir rasch aufstehen.

Es gibt hier Zusammenhänge mit den Hormonveränderungen, diese sind allerdings unterschiedlich gut belegt. Während es klare Belege zum Zusammenhang zwischen Migräne und Hormonschwankungen gibt (mehr dazu unter dem verlinkten Artikel), werden mögliche Wechselwirkungen mit Schwindel, Tinnitus oder Hörveränderungen gerade erst erforscht. Oft sind es auch nicht die Hormone allein, die Symptome verursachen, sondern ein angespanntes Nervensystem, Durchblutungsstörungen, schlechter Schlaf, Stress, Stoffwechselprobleme, Medikamente oder auch ganz andere Veränderungen des Körpers oder des Geistes, die diese Symptome ebenfalls hervorrufen oder verstärken können.

Was außerdem wichtig zu wissen ist: unsere Sinnesorgane und unser Kopf arbeiten nicht unabhängig voneinander. Sehen, Hören, Gleichgewicht, Schmerzverarbeitung, Konzentration und unser Nervensystem sind eng miteinander verbunden. Wenn ein Bereich aus dem Takt gerät, kann sich das auch auf andere Bereiche des Körpers auswirken. So kann z.B. ein Migräneanfall von Schwindel und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden oder ein Tinnitus zu Schlafmangel führen, was wiederum Kopfschmerzen, Migräne oder Schwindel verstärken kann.

Wir wissen also, dass verschiedene Symptome ein Zeichen der Wechseljahre sein können, doch wir machen es uns viel zu einfach, wenn wir sie einfach auf die Hormonveränderungen schieben oder unter „normale Alterserscheinungen“ verbuchen. Wechseljahre können Beschwerden auslösen oder verstärken, aber nicht jeder Kopfschmerz, jeder Schwindelanfall oder jede Veränderung des Hörvermögens hängen damit zusammen.

Wie in den anderen Teilen der Serie möchte ich auch hier Zusammenhänge verständlich machen. Mein Ziel ist es nicht, Symptome zu dramatisieren oder zu bagatellisieren und ich will auch keine Anleitung zur Selbstdiagnose geben. Ich will dabei unterstützen, mögliche Zusammenhänge zu erkennen, Beschwerden besser beschreibbar zu machen und zu wissen, wann Beobachten ausreichend sein kann und wann auf jeden Fall medizinische Abklärung notwendig ist. Denn je besser wir verstehen, was in unserem Körper vorgeht, desto leichter wird es, Veränderungen ernst zu nehmen und uns passend zu verhalten.

Wenn du neben den konkreten Informationen in diesem Beitrag auch auf der Suche nach allgemeinen Informationen zu den Wechseljahren und den hormonellen Veränderungen während dieser Zeit bist, dann lies gern in meinem Artikel „Wechseljahre – was passiert wirklich“ nach.Wenn du neben den konkreten Informationen in diesem Artikel auch auf der Suche nach allgemeinen Informationen zu den Wechseljahren und den hormonellen Veränderungen während dieser Zeit bist, dann lies gern in meinen Artikel „Wechseljahre – was passiert wirklich“ nach.

2. Kopfschmerzen… der Kopf tut immer öfter weh

Ich hatte schon mein ganzes Leben lang immer wieder mal Kopfschmerzen, doch vor ein paar Jahren da wurden sie plötzlich häufiger, ohne wirklich erkennbaren Grund. Ich hab es auf Stress, Verspannung, schlechte Haltung, zu viel Sitzen vorm Computer, veränderte Sehkraft, Klimaanlagen, Zahnprobleme die ausstrahlen und noch ganz vielen andere Dinge geschoben. Und natürlich bin dem einen oder anderen nachgegangen, habe versucht, Verspannungen zu lösen, mal wieder einen Augenarzttermin einzuschieben, hab meinen Zahnarzt öfter gesehen als früher und habe mir angewöhnt meine Sitzposition vorm Computer öfter mal zu ändern, meine Bildschirme anders aufzustellen und immer wieder Lockerungsübungen zu machen – Gesichtsyoga, Atemtechniken usw. usw.

Die Kopfschmerzen kamen dennoch immer wieder mal, oft völlig unvorhersehbar, ohne erkennbaren äußeren Grund, mal mit leichtem Druck hinter der Stirn, mal vom Nacken ausstrahlend und manchmal fühlt es sich einfach an, als wäre mein Kopf einfach zu voll und kurz vorm Explodieren.

Kopfschmerzen als Symptom der Wechseljahre, darüber habe ich sehr lange überhaupt nicht nachgedacht… aber auch das ist möglich, und vielleicht werden so einige Kopfschmerzenattacken besser verständlich.

Kopfschmerzen fühlen sich vielleicht plötzlich anders an als früher, dauern länger, und Bewältigungsmethoden wirken nicht mehr richtig… manche Kopfschmerzen können wir uns erklären, die Ursachen herleiten, doch manchmal wissen wir überhaupt nicht, woher sie kommen.

Was passiert im Körper?

Lange dachte man, das Gehirn kann keine Schmerzen empfinden, weil es keine Schmerzrezeptoren besitzt. Kopfschmerzen entstehen in den schmerzempfindlichen Strukturen rund um das Gehirn: den Hirnhäuten, den Blutgefäßen, den Nerven in Muskeln und Gewebe im Kopf, Gesicht und Nacken.

Informationen aus diesen Bereichen werden über verschiedene Nervenbahnen an das Gehirn weitergeleitet und dort als Schmerz verarbeiten.

Und diese schmerzempfindlichen Strukturen reagieren mehr oder weniger empfindlich, je nachdem wie gut oder schlecht unser Nervensystem gerade mit belastenden Reizen umgehen kann, ganz unabhängig vom eigentlichen Auslöser. Wer mehr über die Schmerzentwicklung wissen will, kann gern dem Link zu einem interessanten Video zum Thema Schmerz folgen.

Und hier kommen unsere Hormone ins Spiel: Östrogen beeinflusst unter anderem verschiedene Botenstoffe im Gehirn, die Durchblutung des Gehirns, das Nervensystem und die Verarbeitung von Schmerzreizen.

In der Perimenopause verändert nicht nur der allmählich sinkende Östrogenspiegel unser Schmerzempfinden, sondern vor allem auch das teilweise sehr starke Auf und Ab des Östrogens.

Im zweiten Teil der Serie, der Zyklusveränderungen während der Wechseljahre beschreibt, kannst du genau nachlesen, wie der Zyklusverlauf sich während der Perimenopause verändert. Unsere Eierstöcke arbeiten in dieser Zeit nicht einfach nur langsam immer weniger, sondern die Hormonproduktion kann stark schwanken: In manchen Zyklen ist der Östrogenspiegel relativ hoch, in anderen fällt er deutlich ab.

Und genau diese Schwankungen können die Reiz- und Schmerzverarbeitung deutlich beeinflussen.

Es gibt mehrere Wechseljahresbeschwerden, die Kopfschmerzen zusätzlich indirekt fördern können:

  • Schlafstörungen erschweren die Regeneration des Nervensystems
  • Hitzewallungen und Nachtschweiß können zu Flüssigkeitsverlust und häufigem Aufwachen führen
  • Innere Unruhe und Stress erhöhen die Muskelspannung, besonders in Nacken, Schultern und Kiefer
  • Unregelmäßige Blutungen können bei starkem Blutverlust zu Eisenmangel und Müdigkeit beitragen.
  • Konzentrationsprobleme und Brain Fog führen manchmal dazu, dass wir uns bei der Arbeit stärker anstrengen und weniger Pausen machen

Kopfschmerzen entstehen also oft nicht durch eine einzige Ursache, sondern sind oft eine Mischung aus hormonellen Veränderungen, körperlicher Anspannungen, Erschöpfung und verschiedenen Belastungen des Alltags.

Eine kurze Anmerkung zum Schmerzmechanismus: Dieser Mechanismus ist nach wie vor gültig, allerdings konnte vor. einigen Jahren nachgewiesen werden, dass es bestimmte Zellen in Gehirn und Rückenmark gibt – Gliazellen – die sehr wohl auch bei Schmerz beteiligt sind. Wer mehr über dieses Phänomen wissen will, kann z.B. unter folgendem Link der Uni Wien nachlesen „Schmerz ist keine reine Nervensache“

Typische Merkmale

Kopfschmerzen können sich sehr unterschiedlich anfühlen:

  • Dumpf, drückend oder ziehend
  • Stechend, pulsierend oder pochend
  • Einseitig oder auf beiden Seiten
  • Im Bereich der Stirn, der Schläfen oder des Hinterkopfes
  • Ausgehend von Nacken, Schulter oder Kiefer
  • Kurzzeitig oder über viele Stunden anhaltend
  • Leicht störend oder so stark, dass der Alltag kaum noch möglich ist.

Pochende oder pulsierende Kopfschmerzen, die sich bei Bewegung verstärken und von Übelkeit oder Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden, können auf Migräne hindeuten. Darauf gehe ich im nächsten Kapitel genauer ein.

Mögliche Auslöser

Neben hormonellen Veränderungen können, wie schon weiter oben angedeutet verschiedene weitere Faktoren Kopfschmerzen auslösen oder verstärken

  • Schlafmangel oder unruhiger Schlaf: Während des Schlafs verarbeitet unser Nervensystem Reize und der Körper regeneriert sich. Wenn wir durch Hitzewallungen, Harndrang, Grübeln oder innere Unruhe immer wieder aufwachen, kann unsere Schmerzschwelle sinken. Mehr über die Zusammenhänge zwischen Wechseljahre und Schlaf findest du im ersten Teil der Serie und in meinem ausführlichen Blogartikel zum Thema Schlaf
  • Stress und dauerhafte Anspannung: Stress führt häufig dazu, dass wir Schultern hochziehen, die Kiefermuskulatur anspannen oder flacher atmen. Diese dauerhafte Muskelanspannung kann Schmerzen aus Nacken, Schultern und Kiefer bis in den Kopf weiterleiten.
  • Zu wenig Flüssigkeit: Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen und Schwindel begünstigen. Besonders bei Hitze, starkem Schwitzen oder nächtlichen Schweißausbrüchen verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst.
  • Unregelmäßige Mahlzeiten: Wenn wir längere Zeit nichts essen, kann der Blutzuckerspiegel absinken. Das Gehirn ist auf eine regelmäßige Energieversorgung angewiesen und kann auf starke Schwankungen mit Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen reagieren.
  • Koffein: Koffein beeinflusst die Blutgefäße und das Nervensystem. Sowohl große Mengen Kaffee als auch ein plötzlicher Verzicht bei vorher regelmäßigem Konsum können Kopfschmerzen auslösen.
  • Alkohol: Alkohol erweitert Gefäße, beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt und verschlechtert oft auch den Schlaf. Dadurch können gleich mehrere Kopfschmerzen-Auslöser zusammenkommen.
  • Verspannungen und Fehlhaltungen: Langes Sitzen, Bildschirmarbeite, eine ungünstige Haltung oder eine nicht passende Sehhilfe können Nacken, Augen und Kopf zusätzlich belasten.
  • Zähneknirschen oder starkes Zusammenbeißen der Zähne: Stress und innere Anspannung zeigen sich manchmal auch nachts. Wer die Zähne zusammenpresst oder knirscht, kann morgens mit Schmerzen in Kiefer, Schläfen oder Kopf aufwachen.
  • Medikamente: Auch verschiedene Medikamente können als Nebenwirkung Kopfschmerzen auslösen. Auch die zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln kann dazu führen, dass Kopfschmerzen irgendwann häufiger auftreten.

Was helfen kann

Was genau helfen kann ist auch davon abhängig, welche Form von Kopfschmerzen vorliegt und welche Auslöser eine Rolle spielen. Verschiedene der hier aufgezählten Anregungen können aber auf jeden Fall dabei unterstützen, Zusammenhänge zu erkennen und das Nervensystem zu entlasten:

  • Ein Kopfschmerztagebuch führen: Es kann hilfreich sein, zu notieren, wann Schmerzen auftreten, wie lang sie dauern, wo sie sitzen und wie sie sich anfühlen. Auch Schlaf, Blutungen, Stress, Mahlzeiten, Getränke und Medikamente können aufgeschrieben werden, dann können möglicherweise Muster erkannt werden.
  • Regelmäßig trinken: Ausreichend Flüssigkeit unterstützt Kreislauf und Stoffwechsel. Es ist besser, die Trinkmenge möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen und nicht zu große Mengen auf einmal zu trinken.
  • Mahlzeiten nicht zu lange hinauszögern: Regelmäßige Mahlzeiten helfen, starke Schwankungen des Blutzuckers zu vermeiden und das Gehirn verlässlich mit Energie zu versorgen.
  • Nacken, Schulter und Kiefer entspannen. Wärme, sanfte Bewegung, bewusste Pausen und gezielte physiotherapeutische Übungen können helfen, verspannte Muskulatur zu lockern. Bei anhaltenden Beschwerden ist es gut, die Ursache der Verspannung abklären zu lassen.
  • Bildschirmpausen einbauen: Regelmäßige kurze Pausen entlasten Augen, Nacken und Konzentration. Auch eine Überprüfung der Sehstärke kann sinnvoll sein, wenn Kopfschmerzen besonders bei Bildschirmarbeit oder beim Lesen auftreten.
  • Schlaf und Erholung priorisieren: Lies gern in meinem Artikel zum Thema Schlaf nach, wie du deine Schlafroutine verbessern kannst, um in der Früh erholt aufzuwachen.
  • Schmerzmittel nicht zu häufig einnehmen: Schmerzmittel können bei akuten Attacken sinnvoll sein, wenn sie jedoch zu häufig eingenommen werden kann ein Medikamentenübergebrauch selbst Kopfschmerzen verursachen.

Wann zum Arzt?

Wenn Kopfschmerzen neu auftreten, deutlich häufiger oder stärker werden, sich plötzlich anders anfühlen als bisher oder den Alltag regelmäßig einschränken, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Ganz wichtig ist rasche, medizinische Hilfe, wenn ein außergewöhnlich starker Kopfschmerz plötzlich innerhalb von Sekunden oder Minuten auftritt.

Und auch Kopfschmerzen gemeinsam mit Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühlen, Sprachproblemen, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, starken neuen Sehstörungen, hohem Fieber oder einem steifen Nacken sind ein medizinischer Notfall.

3. Migräne… Hormonschwankungen verändern auch hier so einiges

Migräne, das sind nicht einfach Kopfschmerzen. Ein Migräneanfall kann Stunden oder sogar Tage des Lebens beherrschen: Licht ist plötzlich zu hell, Geräusche sind zu laut, Gerüche kaum auszuhalten und jede Bewegung verstärkt das Pochen im Kopf.

Wer schon seit vielen Jahren mit Migräne lebt, erkennt die Symptome oft schon zu Beginn einer Attacke. Doch in den Wechseljahren kann sich auch eine bekannte Migräne verändern, die Symptome, die Anzeichen sind plötzlich anders, Attacken können häufiger oder stärker auftreten und länger dauern. Manchmal ist die Migräne nach vielen ruhigen Jahren plötzlich wieder da. Und dann gibt es auch Frauen, da verbessern sich die Migränebeschwerden, schon während der Perimenopause, noch häufiger nach der Menopause… alles ist möglich, und leider vorher nicht wirklich klar, wie sich die eigene Migräne in dieser Zeit entwickeln wird.

Was passiert im Körper?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, bei einem Migräneanfall verändert sich die Aktivität verschiedener Nervennetzwerke im Gehirn, die Verarbeitung von Schmerz, Licht, Geräuschen, Gerüchen und anderen Reizen wird empfindlicher.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Migräneschmerzes spielt das sogenannte trigeminovaskuläre System. Dazu gehören schmerzempfindliche Fasern des Trigeminusnervs, eines großen Gesichtsnervs, die unter anderem die Hirnhäute und die dort verlaufenden Blutgefäße mit Reizen versorgen.

Außerhalb einer Migräneattacke erfüllt der Trigeminus ganz normale Aufgaben. Er übermittelt Berührung, Temperatur und Schmerz aus dem Gesicht und anderen Bereichen des Kopfes.

Während einer Migräneattacke werden bestimmte Schmerzfasern verstärkt aktivieren und leiten Signale über den Hirnstamm in weitere Gehirnbereiche weiter. Dabei werden verschiedene Botenstoffe freigesetzt. Einer davon ist CGRP, ein sogenanntes Neuropeptid, das die Weiterleitung von Schmerzsignalen erleichtert und dazu beitragen kann, dass das Schmerzsystem immer empfindlicher reagiert.

Der Trigeminusnerv ist also nicht wirklich der Auslöser der Attacke, aber die zentrale Schmerzleitung und gleichzeitig ein wichtiger Teil für die Verstärkung des Schmerzes.

Östrogen beeinflusst sowohl den Trigeminusnerv als auch verschiedene Botenstoffe und die Schmerzverarbeitung im Gehirn. Besonders ein rascher Abfall des Östrogenspiegels kann die Schwelle für einen Anfall senken, wenn die Migräne hormonempfindlich ist.

Das heißt nicht, dass Östrogenschwankungen allein die Migräne verursachen. Migräne entsteht durch Veranlagung, durch die Reizbarkeit des Nervensystems und verschiedenen möglichen, individuell verschiedenen Auslösern. Hormonschwankungen können aber dafür sorgen, dass das Gehirn empfindlicher auf diese Auslöser reagiert.

Aus diesem Grund ist die Perimenopause für Migränepatientinnen oft eine schwierige Phase. Hormonspiegel schwanken stark, der Zyklus wird unberechenbarer. Nach der Menopause lassen die starke Hormonschwankungen nach, dadurch bessert sich die Migräne dann bei vielen Frauen, allerdings nicht bei allen, weil eben die Migräneauslöser so vielfältig sein können.

Wenn du mehr über Migräne erfahren willst, lies gern in diesem Artikel nach.

Typische Merkmale

Migräne bedeutet

  • Mäßige bis sehr starke Kopfschmerzen
  • Häufig einseitige, manchmal aber auch beidseitige Schmerzen
  • Pochender, pulsierender oder hämmernder Schmerz
  • Verstärkung bei Bewegung, beim Treppensteigen oder beim Gehen über Brücken
  • Übelkeit und manchmal Erbrechen
  • Starke Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen
  • Konzentrationsprobleme und ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis

Ein Migräneanfall kann schon Stunden oder 1-2 Tage vor den eigentlichen Kopfschmerzen beginnen. Mögliche Vorboten sind Müdigkeit, häufiges Gähnen, Stimmungsschwankungen, Nackenbeschwerden, veränderter Appetit, Durst oder Konzentrationsprobleme.

Bei einer Migräne mit Aura können Lichtblitze, Flimmern, Zickzacklinien vor den Augen, Gesichtsfeldausfälle, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Sprachstörungen auftreten. Die Beschwerden entwickeln sich üblicherweise allmählich und klingen innerhalb einer Stunde wieder ab. Eine Aura kann auch ohne nachfolgende Kopfschmerzen auftreten.

Mögliche Auslöser

Viele mögliche Auslöser neben Hormonellen Veränderungen wurden bereits im Kapitel über Kopfschmerzen beschrieben, besonders Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, Stress, Alkohol und Koffein.

Bei Migräne können zusätzlich folgende Zusammenhänge eine Rolle spielen:

  • Stress und die Entlastung danach: Nicht nur Stress selbst kann eine Attacke auslösen. Manche Menschen bekommen Migräne genau dann, wenn der Druck nachlässt, z.B. am Wochenende oder zu Beginn eines Urlaubs
  • Veränderter Schlafrhythmus: Zu wenig Schlaf kann Migräne fördern, aber auch ungewohnt langes Schlafen oder ein stark verschobener Tagesrhythmus können das empfindliche Nervensystem belasten.
  • Grelles oder flackerndes Licht: Helles Sonnenlicht, flackernde Bildschirme oder starke Lichtkontraste können bei empfindlichen Menschen eine Attacke begünstigen oder eine bereits beginnende Migräne verstärken
  • Intensive Gerüche: Parfüm, Rauch, Lösungsmittel oder bestimmte Essensgerüche können in empfindlichen Phasen ebenfalls sehr belastend werden.
  • Hitze und Wetterwechsel: Hohe Temperaturen führen zu Flüssigkeitsverlust und belasten den Kreislauf. Rasche Wetterveränderungen werden auch immer wieder als Trigger wahrgenommen.
  • Überforderung durch mehrere Reize gleichzeitig: Lärm, Licht, Menschenmengen, Zeitdruck und körperliche Erschöpfung können das Nervensystem gemeinsam stärker belasten.
  • Veränderungen durch Hormonbehandlungen: Es kann zur Verbesserung oder Verschlechterung kommen oder es kann sich nichts verändern, hier muss immer individuell abgestimmt werden

Was helfen kann

Wichtig ist es auch hier, das persönliche Muster zu erkennen und gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin eine passende Behandlung zu finden

  • Migränetagebuch führen: Neben Schmerzstärken und Dauer sollten auch Zyklus, Blutungen, Hitzewallungen, Schlaf, Stress, Essen, Getränke und mögliche Aura-Symptome dokumentiert werden. So wird besser sichtbar, ob Attacken mit hormonellen Schwankungen oder bestimmten Situationen zusammenhängen.
  • Möglichst regelmäßigen Rhythmus schaffen: Verlässliche Schlafenszeiten, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit können dem empfindlichen Nervensystem Stabilität geben.
  • Frühe Anzeichen wahrnehmen: Wer die typischen frühen Anzeichen kennt, kann oft früher reagieren, Belastungen reduzieren und mit dem Arzt abgeklärte Akutbehandlungen rechtzeitig starten.
  • Reize während einer Attacke reduzieren: Ein ruhiger, abgedunkelter Raum, möglichst wenig Lärm und körperliche Ruhe können helfen.
  • Stress nicht nur während einer Attacke reduzieren: Regelmäßige kleine Pausen, Bewegungen und Methoden zur Stressregulation können dazu beitragen, dass das Nervensystem nicht ständig an seiner Belastungsgrenze arbeitet. Weitere Anregungen dazu findest du in den Beiträgen über Schlaf und mentale Wechseljahressymptome.
  • Mögliche Hormonbehandlung und passende Medikamente mit dem Arzt besprechen – hier muss auf jeden Fall individuell angepasst werden.
Blog | Wechseljahrssymptome Teil 7 | Wachsen im Wechsel Martina Pietsch, Ai-generiertes Bild vom Gehirn, in weiß mit Strahlen rundherum auf dunklem Hintergrund

Wann zum Arzt

Eine schon bekannte Migräne sollte neu beurteilt werden, wenn Attacken deutlich häufiger, stärker oder länger werden, neue Symptome hinzukommen oder die bisherige Behandlung nicht mehr ausreichend hilft.

Auch eine erstmals in der Lebensmitte auftretende Migräne oder eine neue Aura sollte ärztlich abgeklärt werden.

Ganz wichtig: Eine Migräneaura kann Beschwerden verursachen, die einem Schlaganfall ähneln. Bei plötzlich auftretenden Lähmungen, Sprachstörungen, starken einseitigen Taubheitsgefühlen, Verwirrtheit oder einem plötzlichen Sehverlust nicht selbst entscheiden ob es „nur“ Migräne ist. Ungewohnte oder plötzlich einsetzende neurologische Beschwerden sind immer ein medizinischer Notfall, der schnellstmöglich abgeklärt werden sollte!

4. Schwindel… alles schwankt und dreht sich plötzlich

Kennst du die folgenden Symptome auch? Du willst vom Sofa aufstehen und musst dich kurz festhalten, weil alles schwankt. Oder du willst dich im Bett umdrehen und plötzlich dreht sich für ein paar Sekunden das ganze Zimmer. Oder du fühlst dich plötzlich völlig unwohl und überfordert im Supermarkt – helle Lichter, viele Menschen, die immer näher kommen und immer lauter sind, volle Regale, die schwanken und flimmern… alles dreht sich plötzlich um dich herum.

„Schwindel“ ist eigentlich ein sehr ungenauer Begriff, es kann ein Drehen, ein Schwanken sein, ein Gefühl wie Watte im Kopf oder man denkt, dass man gleich ohnmächtig wird. Ganz egal, was jede von uns persönlich darunter versteht, es ist beängstigend, sowohl das Gefühl des Schwindels an sich, als auch das „Nichtwissen“, ob in einer Situation wieder Schwindel auftritt oder ob man diesmal problemlos aufstehen, einkaufen gehen… kann.

Blog | Wechseljahrssymptome Teil 7 | Wachsen im Wechsel Martina Pietsch, blonde Frau in Strickpulli sitzt auf Sofa, schaut nachdenklich

Was passiert im Körper?

Um sicher stehen und gehen zu können und uns im Raum orientieren zu können, muss unser Gehirn ständig Informationen aus mehreren Bereichen miteinander vergleichen:

  • Die Augen melden, was sich rund um uns bewegt und wo wir uns im Raum befinden
  • Die Rezeptoren in Muskeln, Sehnen, Gelenken und Haut melden, in welcher Lage sich unser Körper bzw. einzelne Körperteile gerade befindet, wie stark die Muskeln angespannt sind und auf welchem Untergrund wir uns bewegen.
  • Die Gleichgewichtsorgane im Innenohr erfassen Bewegungen, Beschleunigung und die Lage unseres Kopfes.

Diese Informationen laufen unter anderem im Hirnstamm und im Kleinhirn zusammen und werden dort fortlaufend miteinander vergleichen. Daraus berechnet unser Gehirn, wie wir unsere Augen, unsere Körperhaltung und unsere Bewegungen anpassen müssen, damit wir unser Gleichgewicht halten.

Passen die Meldungen aus den verschiedenen Bereichen nicht zusammen oder liefert einer der Bereiche unvollständige oder fehlerhafte Informationen, kann Schwindel entstehen.

Ein Beispiel, das wahrscheinlich vielen von uns bekannt ist: Lesen im fahrenden Auto. Die Augen sind auf das scheinbar unbewegte Buch gerichtet, während das Innenohr die Bewegung des Fahrzeugs registriert. Das Gehirn erhält widersprüchliche Informationen, und manchen Menschen wird dann schwindlig oder übel.

Besonders interessant ist ein Blick auf unser Innenohr, weil dort verschiedene Formen von Schwindel entstehen können. Im Innenohr befinden sich drei mit Flüssigkeit gefüllte Bogengänge, die in unterschiedliche Raumrichtungen ausgerichtet sind. Wenn wir den Kopf drehen, bewegt sich die Flüssigkeit und reizt feine Sinnenzellen. So erkennt das Gehirn Drehbewegungen des Kopfes.

Daneben liegen zwei weitere kleine Gleichgewichtsorgane, die geradlinige Bewegungen, Beschleunigung und die Wirkung der Schwerkraft registrieren. Auf ihren Sinneszellen befinden sich eine gallertartige Schicht, in die winzige Kristalle aus Kalziumkarbonat eingebettet, die Otokonien (oder Ohrsteinchen) genannt werden.

Die Ohrsteinchen geben der gallertartigen Schicht zusätzliches Gewicht. Wenn wir den Kopf neigen, beschleunigen oder abbremsen, verschiebt sich die Schicht durch Schwerkraft und Trägheit ein wenig. Dadurch werden die feinen Härchen der darunterliegenden Sinnenzellen gebogen. Diese Bewegung wird in Nervensignale umgewandelt und melden so dem Gehirn z.B. ob wir den Kopf zur Seite neigen, uns gerade nach vorne bewegen oder in einem Aufzug nach oben fahren. Mehr dazu z.B. im verlinkten Spiegel-Artikel.

Hormone können sowohl die Verarbeitung von Gleichgewichtsinformationen im Gehirn als auch Vorgänge im Innenohr beeinflussen, hier wurden Östrogenrezeptoren nachgewiesen. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass ein Östrogenmangel die Beschaffenheit und die Verankerung der Otokonien beeinflussen könnte. Welche Bedeutung diese Zusammenhänge für Schwindel in den Wechseljahren tatsächlich haben, ist noch nicht final geklärt.

Besonders häufig wird ein Zusammenhang mit dem gutartigen Lagerungsschwindel diskutiert. Dabei lösen sich einzelne Otokonien aus ihrem ursprünglichen Bereich und gelangen in einen Bogengang. Bei bestimmten Kopfbewegungen bewegen sie sich dort in der Flüssigkeit mit und lösen ein Bewegungssignal aus, das nicht zu den Informationen der Augen und der übrigen Körperwahrnehmung passt. Die Folge sind meist kurze, aber heftige Drehschwindelattacken, z.B. beim Umdrehen im Bett, Hinlegen oder Aufrichten.

Was es nicht gibt ist DER „Wechseljahresschwindel“. Schwindel kann sehr viele unterschiedliche Ursachen haben und entsteht häufig durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, Hormonschwankungen können einer der Faktoren sein.

Blog | Wechseljahrssymptome Teil 7 | Wachsen im Wechsel Martina Pietsch, Bäume, aber sehr verwischt, wie in einer Drehung nach oben aufgenommen

Typische Merkmale

Schwindel kann sich unterschiedlich äußern.

  • Drehschwindel: wir selbst oder unsere Umgebung scheinen sich zu drehen
  • Schwankschwindel: Der Boden fühlt sich unsicher an, ähnlich wie auf einem Schiff
  • Benommenheit: Der Kopf wirkt wattig, leer und unwirklich
  • Kreislaufschwindel: Beim Aufstehen wird es schwarz vor Augen, wir haben das Gefühl gleich umzufallen
  • Gangunsicherheit: Wir können zwar gehen, fühlen uns dabei aber instabil und müssen uns festhalten

Dauer und Auslöser von Schwindelattacken sind völlig unterschiedlich.

Dazu kann es begleitende Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche, Herzrasen, Kopfschmerzen, Ohrendruck, Tinnitus oder Hörveränderungen geben.

Mögliche Auslöser

Ursachen oder Verstärker für Schwindel können neben den schon genannten z.B. folgende sein:

  • Schnelles Aufstehen: Beim Aufrichten versackt kurzfristig Blut in den Beinen. Normalerweise gleicht der Kreislauf das rasch aus. Funktioniert diese Anpassung verzögert, kann der Blutdruck kurz abfallen und Schwindel auslösen.
  • Flüssigkeitsmangel: Zu wenig Flüssigkeit verringert das zirkulierende Blutvolumen und belastet den Kreislauf. Hitzewallungen, Nachtschweiß, Hitze oder zu wenig Trinken können diesen Effekt verstärken.
  • Unregelmäßige Mahlzeiten: Ein Absinken des Blutzuckers kann neben Kopfschmerzen auch Zittern, Schwäche, Benommenheit oder Schwindel auslösen.
  • Migräne: Wie im vorigen Kapitel beschrieben kann Migräne auch das Gleichgewichtssystem betreffen.
  • Starke oder lange Blutungen: Blutverlust kann zu Eisenmangel oder Blutarmut führen. Dadurch wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt, was Müdigkeit, Schwäche, Herzklopfen und Schwindel begünstigen kann. Mehr über Blutungsveränderungen kannst du in Teil 2 dieser Serie nachlesen.
  • Stress und Angst: Ein dauerhaft aktiviertes Nervensystem verändert Atmung, Muskelspannung und Körperwahrnehmung. Schnelle, flache Atmung kann Schwindel verstärken. Umgekehrt macht Schwindel Angst, dadurch entsteht leicht ein Kreislauf aus Unsicherheit, Anspannung und noch stärkerer Körperbeobachtung.
  • Medikamente: verschiedene Medikamente können Schwindel als Nebenwirkung haben oder den Kreislauf beeinflussen
  • Erkrankungen des Innenohrs, Herz-Kreislauf oder neurologische Erkrankungen können ebenfalls Schwindel verursachen.

Was helfen kann

Schwindel kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, die passende Unterstützung ist vor allem davon abhängig, welche Form von Schwindel vorliegt. Was auf jeden Fall wichtig und richtig ist:

  • Den Schwindel genau beobachten: Notieren, ob es sich um Drehen, Schwanken oder Benommenheit handelt, wie lang der Schwindel dauert und wodurch er ausgelöst wird. Wichtig sind auch Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Herzklopfen, Hörprobleme usw.
  • Bei akutem Schwindel für Sicherheit sorgen: Hinsetzen, festhalten und Stürze vermeiden.
  • Langsam aufstehen: Besonders in der Früh oder nach längerem Sitzen kann es helfen, zunächst die Beine zu bewegen, sich langsam aufzusetzen und erst dann aufzustehen. So bekommt der Kreislauf mehr Zeit zur Anpassung.
  • Ausreichend trinken und regelmäßig essen: So wird auch der Kreislauf unterstützt und Schwindelauslöser werden reduziert.
  • Regelmäßig bewegen: Bewegung trainiert Kreislauf, Muskulatur und Gleichgewicht. Gerade bei Schwindel ist es wichtig, vorab die Ursachen zu klären
  • Lagerungsmanöver fachlich zeigen lassen: Bei bestätigtem Lagerungsschwindel können bestimmte Bewegungsabläufe helfen, die gelösten Kristalle aus dem Bogengang zu bewegen.
  • Sehen und Hören überprüfen lassen: Augen, Ohren und Gleichgewicht arbeiten eng zusammen. Eine nicht passende Brille oder eine Hörveränderung kann die räumliche Orientierung zusätzlich erschweren.
  • Medikamente überprüfen lassen: Besonders wenn Schwindel zu Beginn oder nach Veränderung einer Medikation auftritt, sollte das mit dem Arzt besprochen werden. Wichtig: Medikamente sollen nicht eigenständig abgesetzt werden.

Wann zum Arzt

Neu auftretender, wiederkehrender oder anhaltender Schwindel sollte ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn er zu Stürzen führt, den Alltag stark einschränkt oder gemeinsam mit Tinnitus, Hörverlust, Ohrendruck, Herzrasen oder Ohnmacht auftritt.

Sofortige medizinische Hilfe ist notwendig, wenn Schwindel von Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Sprachproblemen, Doppelbildern, starken neuen Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder plötzlichem Hörverlust begleitet wird.

Auch wenn es plötzlich nicht mehr möglich ist, sicher zu stehen oder zu gehen, sollte rasch medizinische Hilfe geholt werden.

5. Tinnitus… es summt und pfeift im Ohr

Wie unangenehm… da ist ein ständiges Summen, Brummen, Rauschen, Zischen oder Pfeifen, für das es aber keine äußere Geräuschquelle gibt. Tagsüber gehen die Laute vielleicht noch zwischen Gesprächen, Straßenlärm und Alltagsgeräuschen unter, aber abends oder wenn es ruhig wird, ist es da… immer wieder, unerbittlich, nervtötend…

Das kann ziemlich irritieren, den Schlaf stören und lenkt die eigene Aufmerksamkeit immer wieder auf die Ohren. Und je stärker wir darauf achten, desto lauter scheinen die Geräusche manchmal zu werden.

Was passiert im Körper?

Tinnitus ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Wir hören ein Geräusch, obwohl es äußerlich nichts zu hören gibt.

Um zu verstehen, wie das möglich ist, hilft ein kurzer Blick auf unser Hörsystem:

  • Schallwellen gelangen über das äußere Ohr und das Mittelohr ins Innenohr
  • Dort sitzt die Hörschnecke, die Cochlea, in der sich empfindliche Haarzellen befinden, die Schwingungen in elektrische Signale umwandeln
  • Diese Signale werden über den Hörnerv an verschiedene Bereiche des Gehirns weitergeleitet und dort als Geräusche, Sprache oder Musik erkannt.

Mehr zur Funktion unserer Ohren kannst du z.B. im verlinkten Artikel nachlesen.

Haarzellen und ihre Verbindungen zum Hörnerv können unter anderem durch starke Lärmbelastung, Alterungsprozesse, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen beeinträchtigt werden. Dann werden einzelne Tonhöhen möglicherweise schwächer, unvollständig oder weniger präzise an das Gehirn weitergeleitet. Manchmal gehen auch Verbindungen zwischen den Haarzellen und den Fasern des Hörnervs verloren, obwohl die Haarzellen selbst noch vorhanden sind.

Unser Gehirn versucht, fehlende oder schwache Sinneseindrücke auszugleichen. Erhält das Hörsystem aus einem bestimmten Frequenzbereich weniger Signale, kann es seine Empfindlichkeit erhöhen, um die schwachen Informationen besser wahrnehmen zu können.

Dadurch kann die elektrische Grundaktivität der beteiligten Nervenzellen stärker hervortreten. Denn Nervenzellen sind selbst bei völliger Stille nicht vollständig inaktiv. Sie erzeugen auch ohne äußeres Geräusch einzelne elektrische Impulse. Normalerweise ist diese Aktivität unauffällig und wird vom Gehirn nicht als Ton wahrgenommen.

Verändern sich die Hörsignale, können manche Nervenzellen stärker oder häufiger aktiv werden. Möglicherweise beginnen auch mehrere Nervenzellen, ihre Impulse stärker aufeinander abzustimmen. Das Gehirn könnte dieses veränderte Aktivitätsmuster dann wie ein tatsächlich eintreffendes Hörsignal verarbeiten, obwohl von außen kein entsprechender Schall kommt. Der Tinnitus entsteht also nicht unbedingt als Geräusch im Ohr, sondern ist ein Höreindruck im Gehirn.

Tinnitus tritt oft gemeinsam mit Hörminderungen auf. Doch kann Tinnitus auch dann bestehen, wenn ein herkömmlicher Hörtest keine deutlichen Einschränkungen zeigt. Denn ein Hörtest untersucht vor allem, wie leise ausgewählte Töne noch gehört werden können. Er erfasst nicht jede Frequenz und nicht alle Veränderungen an Haarzellen, Nervenverbindungen oder an der Verarbeitung im Gehirn.

Auch Aufmerksamkeit und Gefühle beeinflussen, wie stark wir einen Tinnitus wahrnehmen. Unser Gehirn verarbeitet ständig viel mehr Sinneseindrücke, als uns bewusst ist. Es bewertet ständig, welche Informationen wichtig sind und welche es in den Hintergrund treten lassen kann.

Gleichbleibende Geräusche, die als harmlos und unbedeutend eingeordnet werden, nehmen wir nach einer Weile kaum noch wahr. Dazu gehört beispielsweise das Summen eines Kühlschranks, entfernter Straßenlärm oder die eigene Atmung. Die Geräusche sind weiterhin vorhanden, erhalten aber kaum noch Aufmerksamkeit.

Auch ein Tinnitus kann mit der Zeit an Aufmerksamkeit verlieren und weniger stark ins Bewusstsein treten. Wird das Ohrgeräusch jedoch als bedrohlich, beunruhigend oder besonders wichtig bewertet, stuft das Gehirn es als Signal ein, das weiter beobachtet werden muss. Die Aufmerksamkeit richtet sich deshalb immer wieder darauf, statt es in den Hintergrund treten zu lassen.

So kann ein Kreislauf entstehen: Je mehr wir auf den Tinnitus achten, desto präsenter erscheint er. Je präsenter er ist, desto beunruhigender oder belastender kann er wirken, und desto stärker richtet sich die Aufmerksamkeit erneut darauf. Das bedeutet nicht, dass der Tinnitus nur eingebildet ist oder sich einfach wegdenken lässt. Aufmerksamkeit und Gefühle verursachen das zugrunde liegende Hörsignal nicht, können aber erheblich beeinflussen, wie deutlich und belastend wir es wahrnehmen.

Und wie hängt das jetzt mit den Wechseljahren zusammen? Im Innenohr und auch in den beteiligten Nervenbahnen befinden sich Östrogenrezeptoren. Hormone können Durchblutung, Nervenzellen und Signalverarbeitung beeinflussen. Es ist daher möglich, dass hormonelle Veränderungen einen Tinnitus begünstigen oder seine Wahrnehmung verändern. Der direkte Zusammenhang zwischen Wechseljahren und Tinnitus ist wissenschaftlich allerdings noch nicht eindeutig genug bewiesen, um jedes neu auftretende Ohrgeräusch den Wechseljahren zuzuschreiben.

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Typische Merkmale

Tinnitus kann sich sehr unterschiedlich anhören:

  • Pfeifen, Fiepen oder Klingeln
  • Summen, Brummen oder Rauschen
  • Zischen, Klicken oder Klopfen
  • Ein hoher oder ein tiefer Ton
  • Ein Geräusch in einem Ohr, in beiden Ohren oder im Kopf
  • Gelegentlich, wiederkehrend oder ständig vorhanden

Mögliche Auslöser

Neben dem schon beschriebenen Hörverlust und möglichen hormonellen Einflüssen gibt es verschiedene andere Ursachen und Verstärker:

  • Starke Lärmbelästigung: ein lautes Konzert, ein Knall oder jahrelange Arbeit in einer lauten Umgebung können empfindliche Haarzellen und Nervenverbindungen im Innenohr schädigen
  • Ohrenschmalz oder Entzündungen: Ein verstopfter Gehörgang, eine Mittelohrentzündung oder andere Erkrankungen des Ohres verändern die Weiterleitung von Schall und können Ohrgeräusche auslösen oder verstärken
  • Kiefer- und Nackenprobleme: Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Nacken und Hörsystem sind über Nervenbahnen miteinander verbunden. Bei manchen Menschen verändert sich der Tinnitus, wenn sie den Kiefer bewegen oder den Nacken anspannen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können das Hörsystem beeinflussen oder Tinnitus als Nebenwirkung auslösen. Medikamente nicht einfach absetzen, sondern mit dem Arzt Rücksprache halten!
  • Blutdruck und Gefäße: Veränderungen des Blutdrucks oder der Durchblutung können Ohrgeräusche beeinflussen. Besonders ein pulssynchrones Geräusch kann mit dem Blutfluss zusammenhängen
  • Stress und Schlafmangel: Auf wenn sie nicht die Ursache sind, können sie die innere Wachsamkeit erhöhen und dadurch das Geräusch stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken.

Was helfen kann

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Ursachen abzuklären und die Belastungen durch den Tinnitus zu reduzieren, auch wenn er nicht immer vollständig verschwindet.

  • Das Gehör untersuchen lassen: Eine HNO-ärztliche Abklärung und ein Hörtest können zeigen, ob eine Hörveränderung, Ohrenschmalz, eine Entzündung oder eine andere behandelbare Ursache vorliegt.
  • Völlige Stille vermeiden: Leise Hintergrundgeräusche, Naturklänge, ruhige Musik oder ein unaufdringliches Rauschen können den Unterschied zwischen dem Tinnitus und der Umgebung verkleinern. Dadurch steht das Ohrgeräusch besonders beim Einschlafen weniger stark im Vordergrund
  • Eine Hörminderung behandeln: Wenn es einen Hörverlust gibt, können passend eingestellte Hörgeräte Umgebungsgeräusche wieder besser hörbar machen. Dadurch erhält das Gehirn mehr reale Hörsignale und der Tinnitus wird weniger dominant.
  • Stress und Anspannung reduzieren: Entspannung kann die Ursachen nicht immer beseitigen, aber sie kann den Kreislauf aus Tinnitus – Alarmreaktion – Aufmerksamkeit – noch stärkere Wahrnehmung unterbrechen
  • Schlaf unterstützen: Schlafprobleme und Tinnitus können sich gegenseitig verstärken. Ein besserer Schlaf kann den Tinnitus-Kreislauf abschwächen, mehr zum Thema Schlaf kannst du in meinem Blogbeitrag nachlesen.
  • Das Gehör vor starkem Lärm schützen: Bei Konzerten, lauten Arbeiten oder neben Maschinen ist Gehörschutz wichtig. Im normalen Alltag sollte das Ohr jedoch nicht ständig abgeschirmt werden, weil übermäßiger Schutz die Empfindlichkeit für Geräusche noch erhöhen kann.
  • Kiefer und Nacken untersuchen lassen: Wenn sich der Tinnitus durch Kopf- oder Kieferbewegungen verändert oder gleichzeitig Verspannungen und Schmerzen bestehen, kann eine zahnärztliche oder physiotherapeutische Abklärung sinnvoll sein.

Wann zum Arzt?

Ein neu auftretender oder anhaltender Tinnitus sollte medizinisch abgeklärt werden, besonders wenn er nur auf einer Seite auftritt, sich deutlich verändert oder den Schlaf und Alltag stark beeinträchtigt.

Auch Tinnitus gemeinsam mit Schwindel, Hörproblemen, Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr oder starkem Druckgefühl sollte untersucht werden, genauso wie ein pulssynchrones Ohrgeräusch.

Tritt der Tinnitus plötzlich gemeinsam mit einer deutlichen Hörminderung auf, ist eine rasche HNO-ärztliche Untersuchung wichtig.

6. Hörveränderungen… Gespräche werden plötzlich anstrengend

Vielleicht liegt es gar nicht an der fehlenden Aufmerksamkeit, wenn wir unserem Gegenüber plötzlich nicht mehr zuhören, vielleicht bemerken wir einfach nicht, dass gerade mit uns gesprochen wird. Manchmal erkennen wir zunächst gar nicht, dass unser Gehör sich verändert, aber wir verstehen Geräusche in einem vollen Restaurant schlechter, drehen den Fernseher immer lauter oder müssen immer häufiger nachfragen.

Oft ist es nicht das Hören an sich, das schwerfällt, sondern das Verstehen: Wir hören, dass jemand spricht, können einzelne Wörter aber nicht mehr klar aus den Hintergrundgeräuschen herausfiltern.

Was passiert im Körper?

Wie im Kapitel über Tinnitus beschrieben, werden Schallwellen im Innenohr von empfindlichen Haarzellen in elektrische Signale umgewandelt. Dabei sind unterschiedliche Bereiche der Hörschnecke für unterschiedliche Tonhöhen zuständig.

Werden Haarzellen oder die Verbindungen zum Hörnerv geschädigt, gelangen bestimmte Informationen nur noch abgeschwächt oder unvollständig zum Gehirn. Besonders hohe Töne sind häufig zuerst betroffen, genauso wie Anteile der Sprache, die wichtig sind, um ähnlich klingende Buchstaben und Wörter voneinander zu unterscheiden.

Deshalb kann es passieren, dass wir die Lautstärke einer Stimme noch wahrnehmen, aber Sprache bei Hintergrundgeräuschen schlecht verstehen. Das Gehirn muss dann viel stärker arbeiten, um fehlende Teile aus dem Zusammenhang zu ergänzen. Gespräche werden anstrengender und wir sind danach möglicherweise ungewöhnlich müde.

Östrogen scheint verschiedene Vorgänge im Innenohr zu beeinflussen. Dazu gehören möglicherweise die Durchblutung der Hörschnecke, der Schutz empfindlicher Nervenzellen und die Weiterleitung von Hörsignalen. Es ist allerdings noch nicht vollständig wissenschaftlich geklärt, welchen Anteil die Wechseljahre an einer Hörverschlechterung haben.

Denn das Alter, in dem wir in die Wechseljahre kommen, fällt in eine Lebensphase, in der auch langjährige Lärmbelästigung, genetische Faktoren, Erkrankungen und erste altersbedingte Veränderungen des Gehörs sichtbar werden können. Hormone sind also ein möglicher Einflussfaktor, aber selten die einzige Erklärung für Hörminderungen.

Typische Merkmale

Mögliche Anzeichen einer Hörveränderung sind:

  • Gespräche werden bei Hintergrundlärm schwer verständlich
  • Hohe oder leise Stimmen werden schlechter gehört
  • Fernseher, Radio oder Handy werden lauter eingestellt
  • Wir müssen häufiger nachfragen
  • Ähnlich klingende Worte werden verwechselt
  • Wir haben das Gefühl, andere sprechen undeutlich
  • Gespräche in Gruppen werden anstrengend und ermüdend
  • Ein Ohr hört merklich schlechter als das andere
  • Gleichzeitig treten Tinnitus, Schwindel oder ein Druckgefühl im Ohr auf

Mögliche Auslöser

Neben möglichen hormonellen Einflüssen gibt es verschiedene Ursachen für eine Hörveränderung:

  • Altersbedingte Veränderungen: Mit zunehmendem Alter können Haarzellen und Nervenverbindungen im Hörsystem nachlassen, diese Form der Hörminderung entwickelt sich meist langsam und betrifft zunächst höhere Töne.
  • Langjährige Lärmbelastung: Lautes Musikhören, Konzerte, Maschinen oder ein lauter Arbeitsplatz können das Gehör über viele Jahre belasten. Die Auswirkungen erkennt man oft erst Jahre später.
  • Ohrenschmalz. Ein verstopfter Gehörgang kann das Hören deutlich beeinträchtigen. Diese Ursache ist vergleichsweise einfach festzustellen und zu behandeln.
  • Infektionen oder Flüssigkeit im Mittelohr: Entzündungen oder Flüssigkeitsansammlungen können dazu führen, dass Schall schlechter weitergeleitet wird
  • Erkrankungen des Innenohrs: Verschiedene Erkrankungen können Hörverlust, Tinnitus und Schwindel gemeinsam verursachen

 

Was helfen kann

  • Einen Hörtest machen lassen: So wird erkannt, welche Tonhöhen betroffen sind und ob beide Ohren gleich gut hören. Weitere Untersuchungen oder Unterstützung sind so möglich.
  • Frühzeitig Unterstützung annehmen: Eine Hörminderung muss nicht erst sehr stark sein, bevor Unterstützung sinnvoll wird.
  • Gesprächssituationen verbessern: Weniger Hintergrundgeräusche, Blickkontakt und gute Beleuchtung erleichtern das Verstehen. Hilfreicher als lautes Sprechen ist häufig eine deutliche, ruhige Aussprache des Gegenübers.
  • Gehörschutz gezielt einsetzen: Bei Konzerten, Festivals, neben Maschinen oder in anderen lauten Situationen schützt geeigneter Gehörschutz vor zusätzlichen Belastungen.
  • Sozialen Rückzug vermeiden: Praktische Unterstützung und eine offene Erklärung an das Umfeld können helfen, weiterhin am sozialen Leben teilzuhaben.
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Wann zum Arzt?

Eine schleichende Hörverschlechterung sollte durch HNO und Audiologen abgeklärt werden, besonders wenn sie nur ein Ohr betrifft oder gemeinsam mit Tinnitus, Schwindel, Ohrenschmerzen oder Druckgefühl auftritt.

Ganz wichtig: Ein plötzlich innerhalb von Minuten oder Stunden auftretender Hörverlust sollte sofort bzw. am gleichen Tag noch medizinisch beurteilt werden, ganz besonders wenn auch noch weitere Symptome auftreten

6. Auch Kopf und Sinne reagieren auf die Hormonveränderungen

Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus und Hörveränderungen… diese Symptome sind sehr unterschiedlich und doch über unser Nervensystem und unsere Sinnesverarbeitung miteinander verbunden.

Auch bei diesen Beschwerden zeigt sich, wie weit der Einfluss unserer Hormone reicht. Östrogen wirkt nicht nur auf Zyklus, Gebärmutter oder Schleimhäute, sondern auch auf Schmerzverarbeitung, Nervenzellen, Blutgefäße sowie auf Vorgänge im Innenohr und im Gehirn.

Trotzdem wäre es zu einfach, jeden Schwindelanfall, jedes Pfeifen im Ohr oder jede Veränderung unsers Hörvermögens automatisch den Wechseljahren zuzuschreiben. Gerade diese Symptome können auch viele andere Ursachen haben. Die Hormone können beteiligt sein, Beschwerden verstärken oder unsere persönliche Empfindlichkeit verändern, sie müssen aber nicht die einzige Erklärung sein.

Die Artikelserie „Wechseljahressymptome im Fokus“ will dabei helfen, typische Veränderungen und Symptome dieser Lebensphase besser zu verstehen:

Mit diesem Teil endet die ausführliche Reise durch die vielen möglichen Symptome der Wechseljahre. Vollständig kann eine solche Aufzählung wahrscheinlich trotzdem nie sein. Die Wechseljahre verlaufen bei jeder Frau anders: Manche spüren nur wenige Symptome, andere erleben viele Beschwerden gleichzeitig und fühlen sich über Jahre immer wieder aufs Neue gefordert.

Wichtig ist, dass wir unsere Beschwerden weder dramatisieren noch kleinreden. Nicht jedes Körpersignal ist gefährlich und erfordert unsere Reaktion. Wir müssen aber auch nicht hinnehmen, wenn es uns dauerhaft schlecht geht oder unser Alltag immer stärker eingeschränkt wird.

Je besser wir die Zusammenhänge verstehen, desto leichter können wir Veränderung einordnen, beobachten und passende Unterstützung suchen.

Die Wechseljahre betreffen viele Bereiche unseres Lebens. Je besser wir die Zusammenhänge verstehen, desto leichter wird es, Veränderungen einzuordnen und passende Unterstützung zu finden. Sie sind nicht nur eine körperliche Anpassung, sondern auch ein innerer Übergang. Sie laden dich dazu ein, den eigenen Körper und den eigenen Geist neu kennenzulernen und bewusster mit ihnen zu arbeiten. Wenn du dich intensiver damit beschäftigen willst, wie du diese Phase aktiv gestalten und als Entwicklungsschritt nutzen kannst, lies gern im Beitrag „Veränderung als Chance“ weiter oder melde dich bei mir. Ich unterstütze die gerne, deinen individuellen Weg durch diese Lebensphase zu skizzieren.

Beitragsbild: Über Mich | Martina Pietsch wachsenimwechsel lacht freundlich in die Kamera.

Martina Pietsch

Autorin

Hast du das Gefühl, dass dein Leben manchmal Kopf steht – und du irgendetwas ändern willst? Oder dass du gerne die Veränderungen durch die Wechseljahre aktiv für dich nutzen willst?

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen – als Mentaltrainerin und Veränderungsbegleiterin unterstütze ich dich dabei, deine eigenen Ressourcen zu entdecken, besser mit körperlichen und seelischen Veränderungen umzugehen und die Chance für einen echten Neubeginn zu nutzen.

Bist du neugierig und willst mehr erfahren – nimm gern Kontakt mit mir auf!

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